Tipps & Tricks – Schnelle Kopien von Kleinteilen

Ich baue aktuell an einem modifizierten XV8 Krisis Kampfanzug für meinen Armee-Kommander (gewisse Andeutungen waren ja jetztens schon in der entsprechenden Kurzgeschichte zu finden ;) ) und dafür das ich auf der Suche nach einigen Emblemen des Sternenreiches der Tau.
Da mein Vorrat an Bits aber noch nicht so riesig ist und ich nicht zu viele eigentlich für andere Einheiten notwendige Teile verbrauchen wollte, habe ich mich dazu entschieden das FIMO, das ich noch rumliegen hatte, zur Hand zu nehmen und damit und mit etwas Greenstuf mein Glück zu versuchen.

Was sind „FIMO“ und „Green Stuff“?

OK, ich bin auch nicht der Profi oder der Wissenste, aber ich will zumindest einen schnellen, knappen Exkurs zu diesem Thema geben für jene, die sich damit einfach noch gar nicht auskennen. Hat ja schließlich jeder mal klein angefangen. ;)

„FIMO“ ist eine Modelliermasse der Firma Staedtler, die es sowohl in lufttrocknender Form gibt, als auch in der mir vorliegenden zum Backen.
Allgemein ist das Zeug etwas umstitten, da es nen Haufen potentiell gesundheits…ungünstiger – will ich es mal nennen – Weichmacher enthält und beim Backen unter Umständen Dämpfe abgibt, die auch nicht gesundheitsförderlich sind. Auf der anderen Seite, ist es meiner Meinung nach auch immer eine Frage, wie häufig und wie stark man sich solchen Geschichten aussetzt, denn unser Körper, der schließlich viele, viele Jahrtausende Evolution hinter sich gebracht hat, verträgt durchaus so einiges, wenn man ihn nicht dauerhaft damit belastet.
Nichtsdestotrotz sollt eman FIMO sorgsam verwenden und in Kidnerhände gehört es schon mal gar nicht.
Es gibt aber auch noch nen Haufen alternativer Modelliermassen, die vermutlich für meinen Anwendungsfall verwendbar sind und weit weniger negativen Beigeschmack mit sich bringen. Mit denen kenne ich mich aber schlichtweg nicht aus und meine zwei Päckchen FIMO reichen vermutlich noch ewig. ;)
Falls sich allerdings einer meiner Leser da etwas genauer auskennt, würde ich mich über entsprechende Informationen hie rim Blog oder per Mail freuen. :)

„Green Stuff“ ist ein Zwei-Komponenten-Epoxidharz. Einer gelb und einer blau, wobei blau der härter ist und wenn man das Zeug mischt, wird es halt grün. Wie lange Green Stuff zum härten benötigt, wie gut es Details wiedergibt, etc, hängt vom Verhältnis aus blauer und gelber Masse ab. Faustformel: Mehr blau = schneller hart; mehr gelb = besser für feine Details.
Auch hier gibt es diverse Alternativen zB Milliput, welches ich bei Zeiten auch mal ausprobieren will. Ich habe bei meinem letzten Besuch im Ultra Comix in Nürnberg schlicht nicht daran gedacht, welches mitzunehmen. ^^
Auch wenn ich mir sicher bin, dass man „Green Stuff“ besser nicht essen sollte oder dergleichen, habe ich bisher nichts akut negatives über das Zeug gehört und es ist halt einfach praktisch, wenn man irgendetwas an einer Miniatur ausbessern oder verändern möchte.

Nun aber zum eigentlichen Thema des Artikels.

Schritt 1a: Negativform aus Fimo erstellen

Benötigt werden:

  • ein Stück FIMO
  • etwas Alufolie
  • Wasser
  • ein Stempel des zu reproduzierenden Objektes

Wie schon erwähnt geht es mir um die Reproduktion des Symbols des Sternenreiches der Tau. Als Vorlage habe ich dafür jenes von den Schulterklappen der Feuerkrieger gewählt und eine von diesen mit Sekundenkleber auf ein kurzes Stück Plastikrahmen geklebt.

FIMO 01 - Stempel1

Es ist wichtig hierbei Sekundenkleber und nicht Plastikkleber zu verwenden, denn letzterer würde die beiden Stücke miteinander verschweißen und man müsste die Schulterplatt ehinerher mühsam wieder losschneiden, während der Sekundenkleber sich nur zwischen beide Teile fügt und mit etwas roher Gewalt wieder nachgibt und das Bit wieder zur normalen Verfügung steht.

FIMO 02 - Stempel2

Das Stück FIMO ein wenig warm bzw weich kneten und flach auf der Alufolie ausbreiten.
Am besten geht das, indem man die Folie umklappt, dass der FIMO-Brocken von beiden Seiten bedeckt ist und dann mit etwas festem, flachen darauf drückt (zB nen Buch). Vorher sollte man das FIMO aber wenigstens etwas flach drücken UND mit Wasser besprühen, denn (genauso wie Green Stuff) das Zeug ist klebrig wie die Seuche und bleibt natürlich immer dort und dann hängen wo und wann man es grad gar nicht gebrauchen kann. Ein feiner Film aus Wasser hilft aber dagegen.

Sobald die Portion FIMO passend flach gedrückt ist, ggf nochmal den Wasserfilm erneuern und vorsichtig den Stempel hineindrücken.Perfekt funktioniert das ganze Trotzdem nicht, wie man auf dem Bild sehen kann, also besser reichlich Abdrücke in die Modelliermasse drücken, damit wenigstens ein par gute bei rauskommen.

FIMO 03

Schritt 1b – Backe, backe Kuchen! ;)

Ich habe es hier mit dem FIMO zu tun, den man backen muss, damit er aushärtet. Um genau zu sein 30min bei 110° Celsius.
Zumindest bei der Temperatur sollte man besser etwas weniger als zu viel nehmen, denn sonst bekommt man statt der gewünschte Form einen ungesunden Keks (siehe unten) ;P

FIMO 04

OK, ich habe auch nur einen kleinen Elektroofen, wo backen mehr mit Gefühl und Glück, als mit echter Planung zu tun hat.
Ich weiß für die Zukunft auf jeden Fall, dass ich die Temperatur lieber etwas niedriger einstelle. Selbst der zweite Versuch hat sich etwas verfärbt, aber die Form war wenigstens verwendbar.

FIMO 05

Schritt 2: Abdrücke herstellen

Der folgende Schritt ist simpel, aber benötigt Zeit, da das Green Stuff vernünftig aushärten sollte. Ich habe mir angewöhnt, das Zeug über Nacht liegen zu lassen, auch wenn das vermutlich gar nicht notwendig ist.
Selbst mit dieser selbst hergestellten Form sind die Ergebnisse nicht perfekt, aber ich finde man kann ganz gut damit arbeiten. Ggf muss man etwas mit der Green Stuff Mischung herumprobieren (zB mehr gelb als blau).
Einfach kleine Kügelchen formen und in die besten Abdrücke pressen. Beim zweiten Rutsch, von dem ich leider kein Foto habe, habe ich die Masse fest mit nem Spachtel aufgedrückt und noch etwas bessere Ergebnisse erhalten. Ist aber imemr noch etwas Glücksspiel (zumindest mit meiner bisherigen Erfahrung).

FIMO 06

Wie schon gesagt, muss das Ganze dann lange genug aushärten und dann wird es einfach mitm Hobbymesser oder so heraus geprokelt.

FIMO 07Man kann auf dem Bild halbwegs die unterschiedliche Qualität erkennen. Die untere Reihe ist recht gut gelungen und die oberen sind kaum oder nur mit etwas nacharbeit sinnvoll verwendbar. In der Mitte habe ich mal einen Auschnitt modifiziert (Helligkeit und Kontrast), damit man besser die Konturen erkennen kann.
Ist doch ganz gut geworden oder nicht? :)

Kniffelig wird es danach, denn die kleinen Teile (etwa 4mm Durchmesser in diesem Fall) müssen noch zurecht geschnitten werden. Mit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl ist aber auch das machbar und endlich hatte ich zwei Symbole für den zukünftigen Anzug meines Kommanders :)

FIMO 08Nicht perfekt, aber der Rest wird irgendwann  mit Farbe kaschiert. :D

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Ausprobieren und schönen Abend noch.

Noch ein kleiner Nachtrag:

Bitte denkt dran, dass es auch so etwas wie Copyright gibt, das auch hier anzuwenden ist. Die Figuren und ihre Teile (ich weiß nicht in welchem Maße und wie exakt die Gesetze aussehen) unterliegen dem Urheberrecht und dementsprechend darf man nicht einfach so Kopien davon erstellen.
Ich gehe aber mal davon aus, dass solche „Kopien“, wie ich sie hier gemacht habe, entweder in Ordnung gehen oder tolleriert werden. Sind ja immerhin auch nur für meine eigenen, kleinen Basteleien.
Trotzdem: Eigenes Hirn verwenden!

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2 Kommentare zu “Tipps & Tricks – Schnelle Kopien von Kleinteilen”

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