Geländebau – Fässer aus Papier (28mm Maßstab)

2013-05-30 Gelaendebau00Bastelzeit! ;)

Ich habe gestern bei TerraGenesis eine praktische, kleine Anleitung entdeckt und da konnte ich nicht anders, als die sofort aus zu probieren. :) Vor allem da sie durch ihre Einfachheit und die verwendeten Materialien ganz besonders nach meinen Geschmack ist, aber auch weil man das Ergebnis wunderbar flexibel für allerlei andere Bastelarbeiten verwenden kann.
Es geht um Fässer für 28mm Maßstab und zwar zum Großteil aus Papier, welches nun mal einen angenehm niedrigen Beschaffungspreis hat und meist so oder so verfügbar ist.
Fangen wir aber erst einmal mit einer kleinen Material- und Werkzeugliste an.

Was wird benötigt?

  • normales Papier, bevorzugt DIN A4
  • etwas festeres Papier oder dünne Pappe (kann ein Reststück sein)
  • Bastelkleber (oder jeder andere, für Papier geeignete Kleber)
  • Sekundenkleber
  • Draht, Stücke von min 5cm Länge und bevorzugt 1mm Dicke. Dicker sollten sie nicht sein, weil sie dann nur schwerer zu Biegen sind.
  • Schere, Hobbymesser/Cutter, Seitenschneider, Lineal
  • ggf ein Kreisschneider und eine Lochzange
  • praktischerweise auch: nen Bleistift und ein kleines Stück Knete
  • und – auch wenn es im Augenblick verwirren mag – eine Mignon- / AA-Batterie

Schritt 1: Papierstreifen schneiden

Papierstreifen
Papierstreifen

Für jedes Fass wird ein Streifen Papier von 22mm Breite und 210mm Länge benötigt und hier merkt man direkt, warum das nach DIN A4 schreite, denn dank dessen 210mm auf der kürzeren Seite, muss man weniger Messen.

Tipp: Einfach mit ’nem Geodreieck alle 22mm eine Markierung auf dem Papier setzten, dann ein Metalllienal anlegen und mit dem Cutter bzw Hobbymesser gemütlich dran entlang schneiden. Geht deutlich schneller, als mit der Schere.

So, nun kommt auch schon die Batterie ins Spiel. ;)

Schritt 2: Korpus des Fasses herstellen

Fasskorpus kleben
Fasskorpus kleben

Die Batterie hat nämlich einen ganz wunderbar passende n Durchmesser (~15mm) und kann daher perfekt als Stütze für das Papier verwendet werden. Einfach die erste Lage Papier fest um die Batterie herumwickeln, dann die ersten paar Kleber auf das Papier geben (nicht zu viel, denn dann gibt es nur ne Sauerei) und dann Schritt für Schritt weiterwickeln und kleben (es sollte nicht zu locker gewickelt werden), bis das Papier an seinem Ende angekommen ist. Dort sorgfältig den Rand mit Kleber einschmieren und eine Weile festdrücken.
Das Ergebnis sollte dann in etwa so aussehen:

Dreimal fertig gewickelter Papierstreifen
Dreimal fertig gewickelter Papierstreifen

Als nächstes etwas antrocken lassen und dann vorsichtig, damit das Papier nicht direkt wieder seine Form verliert, von der Battierie schieben. Ggf kann man es auch auf der Batterie ganz durchtrocknen lassen, aber ich habe nicht getestet, wie gut oder schlecht es dann ab zu kriegen ist. Dürfte auch vom verwendeten Kleber abhängig sein.

Drei fertige Fassgrundkörper
Drei fertige Fassgrundkörper

So, nun haben wir drei Papierzylinder. Und wie kommen wir jetzt zu unseren versprochenen Fässern?
Geduld, Geduld. Erst einmal muss das jetzt (zB über Nacht) durchtrocknen. Danach kann es weitergehen.

Schritt 3: Deckel und Böden ankleben

Nun kommt die Papper ins Spiel.
Es muss keine Wellpappe sein, aber die sollte es genauso gut tun. Vor allem ist sie aber schlechter ins Kreisform zu schneiden (spreche das aus Erfahrung ;) ). Ich selbst habe einfach dünne Pappe aus dem Altpapier verwendet (ich weiß schon, warum ich das so ungerne nach unten zu den Mülltonnen bringe ^^).
Entweder man verwendet nun die Batterie als Schablone, um sich die notwendige Anzahl an Kreisen auf die Pappe zu malen und schneidet sie dann mit eine Schare aus, oder man hat einen feschen Kreisschneider (zB so einen hier), stellt diesen auf den passenden Radius ein und schnippelt damit die notwendigen Pappstücke.
Außerdem brauchen wir noch einen kleinen Deckel für die Oberseite des Fasses. Dafür eignete sich am ehesten ne günstige Lochzange (günstig, nicht billig. Meine aktuelle war „billig“ und nervt mich so sehr, dass sie wohl bald im Müll endet ^^)

Korpus, Deckel und Boden
Korpus, Deckel und Boden

Wenn das alles vorbereitet ist, kommt der frimmelige Teil: das Zusammenleben.

Der erste Fassboden lässt sich noch recht leicht einkleben, weil zu dem Zeitpunkt ja noch die andere Seite des Fasses offen ist und man den kleinen Pappkreis wieder zurück drücken kann, wenn er zu weit hinein gerutscht ist. Einfach etwas Kleber auf der Innenseite das Fasses auftragen und vorsichtig den Kreis hineindrücken.
An dieser Stelle merkt man dann auch, ob man sauber gemessen und geschnitten hat, denn ein zu kleiner Preis fällt durch und ein zu großer Kreis geht nicht hinein. ;) Ggf muss halt nachgetrimmt oder neu geschnitten werden.
Zur Sicherheit kann man von der offenen Seite dann noch etwas Kleber anchgeben und ihn mit einen Schaschlikspieß oder so gut am Rand verteilen.

Beim zweiten Boden ist das Vorgehen ähnlich, aber fummeliger.
Auch in diesem Fall innen etwas Kleber auftragen und dann vorsichtig den Pappkreis hineindrücken.

Tipp: Falls er zu weit hinein gerutscht ist, kann man ihn zum Beispiel mit einem Modellierwerkzeug oder einer anderen Form von dünnem Haken wieder nach oben ziehen. Sollte auch das nicht helfen, einfach den Boden festkleben, diese Seite zur Unterseite des Fasses erklären und es immer aufrecht hinstellen. ;)

So in etwa sollte dann das Ergebnis aussehen:

Fast fertiges Fass
Fast fertiges Fass

Schritt 4: Ränder und Wölbungen

Zunächst würde ich dem Fass bzw dem Kleber im aktuellen Zustand etwas Trockenzeit gönnen. Nicht dass durch ein klein wenig zu viel Druck das ganze Kunstwerk sofort wieder hinüber ist.
Sobald das jedoch erledigt ist, kann es mit dem nächsten Arbeitsschritt weitergehen, denn unser Fass soll oben und unten einen kleinen Falzrand bekommen, außerdem in der Mitte die typischen zwei Wölbungen, welche man zB von Öl- oder Bierfassern. Die dienen, glaube ich, der Stabilität des Behälters.

Um einen groben Anhaltspunkt zu bekommen, wo diese beiden Ringe angebracht werden sollen, wird bei TerraGenesis ein einfacher, schöner Trick empfohlen:
Kneteklumpen auf die Arbeitsfläche, nen Bleistift darauf legen und dann solange nach unten drücken, bis das angehaltene Lineal die gewünschte Höhe zeigt. 7mm bieten sich in unserem Maßstab übrigens an.

Gegen die Spitze des Bleistiftes drückt man dann vorsichtig das Fass und dreht es einmal im Kreis. Danach noch herumdrehen und das ganze von vorn. Schon hat man zwei wunderbare Hilfslinien.

Hilflinien anzeichnen
Hilflinien anzeichnen

Nun brauchen wir zwei kleinen Steifen Pappe für den oberen und unteren Rand (einfach per Lineal und Cutter zurecht schneiden, 2-3mm) und zwei Stücke Draht für die Wölbungen.
Doch wie lang muss jedes Drahtstück sein?
Na, so lang wieder der Umfang des Fasses natürlich!
Kurzer Exkurs Mathematik: Kreisumfang = 2 Pi * r oder Pi * d

Kreisumfang berechnen
Kreisumfang berechnen

Alles klar! Fix im Kopf gerechnet *hust* ^^. Macht ~50mm Drahtlänge.

Also schnell die notwendige Anzahl Drahtstücke zurecht geschnitten und weiter geht es.

Tipp1: 1mm dicker Draht sieht recht gut aus am Fass.Tipp2: Der Draht sollte nicht zu fest sein, damit er sich auch noch gut biegen lässt. Bietet sich also an zB Kupfer (spürbar weicher als Eisen oder Messing) zu verwenden. Das gibt es entweder im Baumarkt oder als Müll von alten Elektrogeräten. Nur massiv sollte der Draht sein.

Das erste Drahtstück also fix in die passende Kreisform biegen (ggf Zange notwenig) und dann um das Fass und auf die Hilfslinie legen. Mit einen Tropfen Sekundenkleber wird das ganze dann fixiert und wenn man möchte oder es für nolwendig hält, kann man auch den Rest des Drahtes mit Sekundenkleber befestigen. Dürfte später aber auch die Grundierung erledigen. ;)

Bei dem oberen und untere Falzrand für das Fass gestaltet sich das alles wesentlich einfacher, man sollte nur warten bis der Sekundenkleber getrocknet ist, sonst belibt man ständig mit den Fingern am Fass hängen. :D
Für die Falzränder einfach etwas Bastelkleber auftragen und dann den kleinen Pappstreifen aufdrücken. Ggf noch mit der Schere zurecht schneiden und schon haben wir unser erstes, fertiges Fass.
:)

Um die Bemalung kümmere ich mich die Tage, wenn alles wirklich trocken ist. ;)

Feritge Fässer
Feritge Fässer
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3 Kommentare zu “Geländebau – Fässer aus Papier (28mm Maßstab)”

  1. Peter! Warum hast du den Draht nicht vor der letzten Schicht papier breits auf dei Papierschichts nicht eingewickelt??? Wäre do denkbar. nur den Streifen muss du Breiter zuschneiden!!!!

  2. Hab ich so nicht dran gedacht, sondern mich mehr an die Anleitung, die ich gefunden hatte, gehalten. Wäre aber durchaus ne Option, die ich mal ausprobieren kann.
    Breite schneiden muss man den Streifen nicht zwingend, denn es geht ja nur um den oberen und unteren Rand und das hat zu dem Zeitpunkt schon ~3 Lagen Papier (und der kleinen Pappstreifen kommt später auch noch drüber).
    Einzig zu fummelig könnte die Variante werden, wenn es darum geht den Draht passen zu positionieren und gleichzeitig noch das Papier fest zu kleben und stramm zu wickeln.
    Wie gesagt: Muss ich evtl mal testen.

    Danke für das Feedback. :)

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