Experiment – Flatterbänder (Ribbons) für den Kommander

Ich baue ja nun seit einer Weile an meinem Kommander im XV8-Kampfanzug und so langsam soll er endlich fertig werden, doch für das vielleicht wichtigstes Charaktermodell meiner Tau-Armee fehlen mir an ihm noch eine paar nette Details.
Games Workshop hat im April im Rahmen der neuen Tau-Modelle auch ein neuen Modell für Kommander Farsight (Weitsicht) herausgebracht und genau der hat ein paar solcher netten, kleinen Details, wie zB diese Spruchbänder oder Flatterbänder oder wir man sie nennen mag.

Komander Weitsichts Bein mit Band
Komander Weitsichts Bein mit Band

Ich habe versucht solche Bänder mit Greenstuff nach zu bauen, doch bei der Länge, die sie haben sollten, hat das irgendwie gar nicht funktioniert und ich habe es wieder aufgegeben. Greenstuff hat halt das Problem, dass er, solange er nicht ausgehärtet ist, mit irgendetwas stablisiert werden muss. Wenn man mit ihm an festen Objekten modelliert, ist das keinerlei Problem, aber für die freischwebende Variante wie oben, ist mir keine brauchbare Lösung eingefallen. Auch mit einem feinen Draht im Kern hat’s nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe, also habe ich diesen Ansatz dann nach ner Weile ad acta gelegt.

Die Tage kam mit dann die Idee in Leim getränktes Papier als Basis zu verwenden.
Natürlich trägt sich das auch nicht selbst, aber schnell war die Idee für ein kleines Trocknungsgestell geboren.Das Gestell

Selbstgebautes Trocknungsgestell
Selbstgebautes Trocknungsgestell

Fix die Heißklebepistole gezückt (nebenbei der beste Kauf, den ich in der letzten Zeit getätigt habe) und vier Stück Pappe zusammen geklebt. Dann einen Stapel Zahnstocher in ungefähr gleichem Abstand in die Pappe gedrückt und fertig.

Die Wahl des Papiers

Mein erstes Experiment – das war sogar noch vor dem Bau des Gestells – war mit normalen Drucker Papier (eine Schicht) und einem schmalen Streifen aus 3 Lagen Papiertaschentuch.
Beides habe ich in die gleiche Leimmischung getunkt, die ich ansonsten für meine Bases verwende, und dann über Nacht tocknen lassen. Die Ergebnisse waren beide relativ viel versprechend, doch definitv noch zu flexibel. Schließlich sollen die Bänder robust genug sein, um auch einen Transport zu überleben, doch nicht zu stabil, um bei eben jenem Transport auch mal nach zu geben. Von guter Bemalbarkeit etc brauche ich, denke ich, nicht sprechen. ^^

Also habe ich einen zweiten Versuch gestartet, wieder mit zwei verschiedenen Papiersorten.
Variante 1 bestand aus dem bereits verwendeten Papiertaschentuch, allerdings dieses Mal, mit wesentlich mehr Lagen. Bei der zweiten Variante wurde ich noch experimentirfreudiger und habe mireinfach das Einweg-Brillenputztuch, das noch von morgens auf meinem Schreibtisch lag und nun furztrocken war, geschnappt und mir davon ein paar schmale Streifen abgeschnitten.

2013-06-14 experiment_04
Brillenputztücher

Dann wieder beides mittels Pinzette gut in Leimwasser getränkt und vorsichtig in Form gestrichen.
Ggf muss man dafür etwas öfter tunken und die Streifen etwas hin und her schütteln, damit sie sich passen übereinander positioneren und ein möglichst gleichmäßiges Band bilden.
Sobald das erledigt ist, habe ich beide Streifen auf meinem Trocknungsgestell positioniert und alles mit den Zahnstochern so in Position gebracht, so dass jedes Band einige, schöne Kurven beschrieb. Nun hieß es warten.

Am nächsten Tag habe ich dann die Bänder von Gestell gepult und begutachtet. Wie schon erwartet, hatte der Kleber seine Arbeit so gut erledigt, dass die Bänder an den Zahnstochern festklebten, doch mit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl waren sie ab zu bekommen.
An ein oder zwei Stellen sind allerdings Holzfadern im Kelber geblieben, weshalb ich im Folgeversuch auf Nägel statt Zahnstochern gewechselt habe.
Doch genug darüber und schauen wir uns die Ergebnisse an.

Ergebnis - Phase 2 - Taschentuch
Ergebnis – Phase 2 – Taschentuch

Die Festigkeit der Taschentuchvariante war OK, aber – und das hatte ich schon beim Einleimen bemerkt – die Schichten lagen nicht glatt und eben übereinander und mit einem so rauen Ergebnis konnte ich nichts anfangen.

Ergebnis - Phase 2 - Brillenputztuch
Ergebnis – Phase 2 – Brillenputztuch

Das Ergebnis mit den Streifen aus dem benutzten und getrockneten Brillenputztuch war wesentlich besser. Die Flexibilität war ebenfalls gut und die Oberflächen so glatt, wie ich es mit vorgestellt hatte. Allerdings stellte sich heraus, dass die 3 (?) Schichten, die ich verwendete hatte, nicht ausreichend waren für das, was damit geplant war.
Tja, was macht man da? Richtig, noch einen Versuch starten.

Papier gefunden! –> Finetuning

Als nächstes habe ich es mit zehn Lagen probiert und … ja, genau. Wieder eingeleimt, getunkt, bis sich die Schichten passend ineinander geschoben hatten und dann zum Trocknen aufgehägt.

Ergebnis - Phase 3
Ergebnis – Phase 3

Womit kann man das Ergebnis zusammenfassen?
Das Verhältnis aus Felxibilität und Stabilität ist ziemlich genau so, wie ich es gesucht hatte. Die Dicke war auch OK, nur vielleicht etwas zu viel. Auch die Oberflächen war in Ordnung.

Ergebnis - Phase 3 - Oberfläche
Ergebnis – Phase 3 – Oberfläche

Einzig die Breite des Streifens hatte ich zu breit für die Mini gewählt. Mein Fehler, war zu faul das vorher nach zu schauen und habe einfach nach frei Schnauze geschnitten bzw so, wie es mit dem Geodreieck am eifnachsten war (5mm). Aber nun wusste ich ja, wohin die Reise ging, also habe ich vorhin nochmal einen neuen Streifen vorbereitet, ihn in Leim getunkt und aufgehängt. Mit etwas Glück passt dann morgen das Ergebnis und ich kann evtl weiter an meinem Kommander arbeiten, um ihn demnächst endlich mal zu bemalen. ^^

Phase 4 zum Trocknen aufgehängt
Phase 4 zum Trocknen aufgehängt
Advertisements

2 Kommentare zu “Experiment – Flatterbänder (Ribbons) für den Kommander”

  1. Moin Pete,

    meine Idee, wenn du es mit Green Stuff verwirklichen möchtest:
    1. Teile das Flatterband in 2 Teile, einmal der Knoten und der wehende Teil
    2. der Knoten kann am Modell geformt werden
    3. der wehende Teil wird vorgeformt und ausgehärtet und kann dann angeklebt werden.

    Ob das sinnvoller ist, mag bezweifelt werden. Aber so könnte man es umsetzen.

    LG Phoenix

    1. Klar geht das auch so. Ist nur frimeliger den Green Stuff in Form zu bringen und so zu halten fürs Härten.
      Der Knoten wird so oder so mit Green Stuff geformt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s