TfAvA – Mein kleines 1×1 des Pinselreinigens

2013-12-11 TfAvA - Pinselreinigung 00

Willkommen zu einem weiteren kleinen Tutorial aus meiner Feder. Heute Abend soll es um ein Thema gehen, zu dem ich immer wieder Fragen in den verschiedenen Tabletop-Foren lese: Wie reinige ich am besten meine Pinsel.

Natürlich ist der erste Schritt einen Pinsel gut mit Wasser aus zu spülen, aber – gerade bei stark verdünnten Farben – kann man es irgendwann nicht vermeiden, dass sich viel Farbe im Pinsel sammelt und nicht mehr so ohne weiteres hinaus will. Besonders an der Zwinge sammeln sich dann schnell Farbreste, trocknen dort aus und bringen die Haare des Pinsels außer Form bzw schädigen sie. Mit ein paar einfachen Schritten und Mitteln kann man dem aber entgegen wirken.

Schritt 1: Die Wahl des Hilfsmittels (Reiniger)

Wenn Farbreste einmal an und zwischen den Haaren angetrocknet sind, ist es nicht mehr soo einfach sie los zu bekommen. Mit dem richtigen Mittelchen und etwas Geduld kann man aber sogar Pinsel retten, die man voller Farbe vergessen hat, weil man vielleicht vom klingelnden Telefon abgelenkt wurde.

Mein aktueller Pinselreiniger
Mein aktueller Pinselreiniger

Ich verwende dafür Pisnselreiniger aus dem Künstlerbedarf. Welche Marke man nimmt, bleibt entweder dem persönlichen Geschmack oder dem Geldbeutel überlassen. Wobei die sich preislich aber auch nicht soo sehr unterscheiden.

Hier und da habe ich auch schon gelesen, dass jemand Airbrushreiniger für diesen Arbeitsschritt verwendet hat. Auf welchem Level dieser preislich liegt, habe ich nicht im Blick, aber wen es interessiert, der darf gern ein wenig recherchieren. ;)

Vermutlich könnte man auch Mittel wie Aceton oder Nitroverdünnung zum Lösen/Aufweichen der Farbe verwenden. Bei diesen Stofen wäre ich allerdings vorsichtig, ob nicht doch die Pinsel darutner leiden. Falls es nicht die teureren Rotmarder-Pinsel sind, dann dürften zumindest die Synthetik-Pinsel aus meinem Fundus etwas dagegen haben. ;)

Der eine oder andere mag sich jetz fragen: Lohnt sich diese weitere Investition, egal auf welche es hinausläuft, denn überhaupt?
Für die günstigen Pinsel, die ich für Geländebau oder zum Grundieren verwende, wäre es vielleicht nicht nötig, aber auch deren Lebensdauer erhöht sich dadurch deutlich. Vor allem die teuren Pinsel aber sind es, die wirklich von dieser Pflege profitieren, und wenn die deutlich länger durchhalten, merkt man das über kurz oder lang auch im Geldbeutel.
Außerdem ist so ein Fläschchen Pinselreiniger wesentlich ergiebiger, als man vielleicht dängt.

Schritt 2: Einweichen

Pinsel einweichen
Pinsel einweichen

Je nachdem wie stark die Farbe eingetrocknet ist, muss man den Pinsel vielleicht sogar ein paar Stunden einweichen lassen. In den harmlosen Fällen reichen aber auch ein paar Minuten oder sogar schlichtes kurzes Walken durch den angemischten Reiniger.
In diesem Fall handelt es sich übrigens um eine mit reichlich Wasser angemischte Dosis des oben gezeigten Reinigers. Andere Reiniger kommen unter Umständen schon fertig angemischt.

Damit vor allem die empfindlichen Pinsel nicht mit der Spitze am Boden des Glases anstoßen müssen, habe ich eifnach ein Stück Draht zurecht gebogen, welches den Pinsel an passender Position hält.

Am Boden des Glases kann man übrigens erkennen, das diese Mischung wirklich schon häufiger verwendet wurde und wie viele Farbreste sich schon angesammelt haben.

Sobald der Pinsel ausreichend eingewicht ist, wische ich ihn an einem Papiertusch trocken und gehe zum nächsten Schritt über. In vielen Fällen kann man jetzt schon erkennen, dass ein guter Teil der Farbreste im Tuch zurück bleibt.

Schritt 3: Einseifen

stinknormale Kernseife
stinknormale Kernseife

Weiter geht es mit schlichter Kernseife.
Es gibt auch – zB als Dreingabe bei einigen Pinselsets – auch Pinselseife. Die halte ich aber für Blödsinn bzw vollkommen überteuert, denn viel mehr als Kernseife dürfte das auch nicht sein. Während ein kleines Tiegelchen Pinselseife direkt mehrere Euro kostet, bekommt man einen Dreierpack Kernseife für 99 Cent im Supermarkt um die Ecke.
Also vergesst die Pinselseife schnell wieder. ;)

Alternativ eignen sich auch andere Seifenprodukte oder Shampoo.

Tröpfchenflasche mit Wasser
Tröpfchenflasche mit Wasser

Auf die Seife gebe ich dann ein paar Tropfen Dihydrogenmonoxid, in dem ich dann den Pinsel großzügig einseife. Wer keines zu Hause hat –  gehört eigentlich zu jedem gut sortierten Haushalt – sollte vielleicht mal in der Apotheke um die Ecke nachfragen. Die können da bestimmt nachhelfen. ;P

TIPP: Eine so befüllte Tröpfchenflasche eignet sich auch wunderbar zum Verdünnen von Farbe, da sich so sehr einfach Farbe und Verdünner in klarem Verhältnis (Tropfen) dosieren lassen.

Eingeseifter Pinsel
Eingeseifter Pinsel

Bei harmlosen oder sehr frischen Farbverunreinigungen im Pinsel reicht es übrigens meist nur mit der Kernseife zu arbeiten und den Pinselreiniger weg zu lassen.
Wenn so ein Pinsel aber zB ein Wochenende lang hart arbeiten musste, freut er sich über etwas Pflege.

Schritt 4: Einmassieren

Seife einmassieren (und Farbe raus)
Seife einmassieren (und Farbe raus)

Den eingeseiften Pinsel streiche ich dann gerne mit etwas Druck auf meinem Handballen hin und her, um die Seife etwas hinein und vor allem die Farbe heraus zu arbeiten.
Wenn es funktioniert, kann man nach kurzer Zeit auch bei scheinar recht sauberen Pinseln erkennen, wie sich der Schaum verfärbt.

Sobald man der Meinung ist, mehr Farbe wird sich nicht lösen oder es ist ansonsten genug, einfach den Pinsel gründlich mit Wasser ausspülen und danach an einem Papiertuch trocken wischen.

Frisches Papiertuch nach Reinigung einer relativ sauberen Pinsels
Frisches Papiertuch nach Reinigung einer relativ sauberen Pinsels

Der untere Fleck stammt von dem Seifenschaum von meiner Hand, aber der obere Anteil hat sich nach dem Einweichen und nach dem Einseifen noch aus dem eigentlich recht sauberen Pinsel gelöst.
Einen richtig dreckigen hatte ich nämlich gerade nicht da. ;)

Ich hoffe dieser Tipp, hilft wenigstens dem einen oder anderen weiter.
Wie immer sind natürlich Kommentare und Anregungen gerne willkommen.

Gute Nacht
Peter

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3 Kommentare zu “TfAvA – Mein kleines 1×1 des Pinselreinigens”

  1. Sag mal, wenn du die Pinsel so lange einweichst, hat sich bei dir der Holzlack abgeschält? Hatte das mit einigen billigerne Pinseln, nahc einer Nacht im Wasserglas ;).

    1. Ja und nein,
      Die Pinselreiniger, die ich bisher verwendet habe, sind nicht übermäßig aggressiv. Normalerweise ist meine selbstgebaute Halterunf (siehe dritter Bild) auch so designt, dass der Pinsel nur bis zur Silberzwinger im Reiniger hängt.
      Ich habe aber den einen oder anderen, billigeren Pinsel, den ich nur für grobe Arbeiten verwende, einfach in das Glas hineingestellt. Da wurde dann dan Lack vom Pinsel etwas angegriffen. Den „Fit for Hobby & School“ von da Vinci macht aber auch das kaum etwas aus.
      Bei den billigen Pinseln ist es mir egal. Bei den teureren/guten vermeide ich es eben gezielt.

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