Geländebau – Modulare Mauern in günstig

„Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Ääh, mir ist nicht bekannt, dass solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen, und ihre Arbeitskraft dafür voll ausgenutzt wird, voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“
Walter Ulbricht, 15. Juni 1961

Doch, ich habe die Absicht! :D

Nein, keine Angst ich produziere heimlich keine Ziegelsteine in meiner geheimen Festung des Bösen, um entweder die alte Mauer wieder auf zu bauen oder eine neue um Franken herum zu errichten.
… dieses Vorhaben wurde wegen mangelnder Arbeitskräfte bis mindest 2017 verschoben. ;)
Bis dahin allerdings dachte ich mir, ich könnte doch ein paar Testläufe in kleinerem Maßstab machen. 28mm vielleicht? ;)

Ja, richtig. Erstens die Arbeit hat entgültig mein Gehirn aufgeweicht und ich habe wieder etwas Geländebau fürs Tabletop betrieben.
In diesem Fall geht es mal wieder um den Nachbau einer Anleitung, die ich über eines der Hobbyforen, in denen ich mich herumtriebe, entdeckt habe. Ursprünglicher Erfinder dieser Mauern ist „Hydra“ auf Blogspot. Seine Anleitung könnt ihr euch hier anschauen und wer einen Blick auf seine Infinity-Minis bzw seinen sehr genialen Spieltisch „Silas Ark“ werfen will, sollte hier bei O-12.de vorbeischauen.
Natürlich konnte ich Hydras Anleitung nicht ganz unmodifiziert lassen. ;)

Nun aber Butter bei die Fische und ran an die modularen Mauern.

Was wird benötigt?

Grundmaterial zum Mauernbau
Grundmaterial zum Mauernbau

Material:

  • Kork (~5mm Dicke)
  • Holzleisten (oder quadratische Stangen aus anderem Material)
  • Kleber
  • ggf etwas Draht
  • Spachtelmasse (zB Moltofill)

Werkzeug:

  • Säge (+ Gehrungslade, wenn vorhanden)
  • Cutter (oder anderes, scharfes Messer)
  • Stift & Lineal
  • Spachtel & etwas Schmirgelpapier

Alles in allem also eine recht einfach und übersichtliche Liste. Außerdem erstaunlich günstig.
Die Mauern selbst werden aus dem Kork hergestellt und die Holzleisten dienen als Segmenttrenner und stützen.

Schritt 1: Sägen und Schneiden

Holzstützen
Holzstützen

Als erstes gilt es die Leisten und den Kork in die passenden Größen zu schneiden.

Bei den Leisten habe ich auf schlichte Holzleisten (glaube, es ist Kiefer) aus dem lokalen Baumarkt zurückgegriffen. Die gibt’s im Querschnitt von ungefähr 20x20mm und ~90cm Länge schon für unter 2 Euro das Stück und eine Leiste reicht für diverse Mauerstücke.Geschnitten habe ich sie wie in der Originalanleitung auf 8cm Länge. Das Schöne an diesen Mauern ist aber auch, dass man sie – wie links an den kürzeren Stücken zu sehen – flexibel in der Höhe (und auch Länge) anpassen kann. Je nachdem was also der Anwendungswunsch ist, kann man Mauern schaffen, hinter denen sich selbst TAGs etc verstecken können (zB die hier verwendeten 8 bzw 7cm), oder einfach kleine Hindernisse, die nur normaler Infanterie Schutz bieten (zB 2 bzw 2,5 cm Höhe).
Der erste Wert in den Beispielen bezieht sich jeweils auf die Höhe des Kors und der zweite auf die Höhe der Holzleiste.

Zugeschnittener Kork
Zugeschnittener Kork

Achja, den Kork muss man natürlich auch noch zuschneiden. ^^

Als Höhe habe ich, wie schon erwähnt, 7cm verwendet. In der Breite habe ich ausgenutzt, was meine Korkplatte hergegeben hat. Herausgekommen sind dabei pro Doppelbahn 3 10cm Segmente und ein 19cm Segment. Also ziemlich genau auch die Längen, die im Original verwendet wurden. ^^
Angesichts der Bewegungsreichweite bei zB Infinity sind das allerdings auch keine so dummen Längen. 10cm = 4 Zoll und das entspricht der ersten Bewegung vieler Figuren.

Schritt 2: Kleben, die Erste

Kork verkleben
Kork verkleben

Nachdem nun alle Einzelteile bereitliegen, geht es and Kleben.
Ich bevorzuge es, ein paar Drahtstücke zwischen die Korkplatten zu kleben. Auf diese Wiese kann ich später mit ein paar schnellen Löchern für eine bessere Verbindung zum Holz sorgen.

Wenn der Kleber großzügig auf einer Korkplatte verteilt wurde, muss die andere gut angedrückt werden und braucht danach ausreichen Zeit zum Trocknen. Am besten spannt man sie dafür über Nacht zwischen zwei Holzpatten ein oder – wie ich es mache – legt sie auf einen flachen Untergrund und beschwert sie mit einigen Büchern.
Auf diese Weise lassen sich auch gut mehrere Werkstücke auf einmal erledigen. Außerdem kann man dadurch dafür sorgen, dass der Kork möglichst gerade wird. Ja nach Lagerung nimmt der nämlich gerne mal die Form eine Flitzebogens an. ;)

Fertig geklebte und getrockente Korkstücke
Fertig geklebte und getrockente Korkstücke

Es lohnt sich darauf zu achten, ob beide Seiten des verwendeten Korks die gleiche Beschaffenheit haben. Bei meinem ist die eine Seite etwas feiner und glatter als die andere. Da ich keine zu grobe Korkstruktur auf der Außenseite haben wollte, habe ich daher darauf geachtet, möglichst immer die glatte Seite nach außen zu kleben.

Schritt 3: Bohren

Wie schon angedeutet ist dieser Schritt und die mit ihm verbundenen Drahtstücke optional. Ich kann ihn, auch wenn er auf den ersten Blick wenig effektiv erscheint, aber nur jedem ans Herz legen.

Bohrstellen markieren
Bohrstellen markieren

Um die richtigen Stellen zum Bohren fest zu stellen, habe ich einfach eines der zukünftigen Wandstücke an eines der Holzstücke gehalten und mit einem Bleistift die Höhen der Drähte angezeichnet.
Die vertikalen Positionen sind natürlich mittg, allerdings gebe ich zu bedenken, dass man sich, wenn man Holz verwendet, nach der Masegun richten sollte. Bei meinen Kieferleisten lies sich zB am besten mit der Maserung und in die hellen Bereiche (also wohl zwischen die Schichten) bohren.

Beim Bohren (verwendet habe ich einen 1mm-Bohrer) besser vorsichtig sein. Die feinen Bohrer sind nicht unbedingt für so etwas gedacht und Ruckzuck bricht einer ab. ;)

Schritt 4: Kleben, die Zweite

Kork verklebt? Check.
Löcher gebohrt? Check.
Dann also weiter zum Verbinden der Holzleisten mit dem Kork.

Kork und Holz verbinden 1/2
Kork und Holz verbinden 1/2

Dazu einfach eine gute Portion Kleber an der Verbindungsstelle auf der Korkseite verteilen und auf die Drahtenden nicht vergessen. Überschüssiger Kleber wird später eh herausfließen und kann dann weg geknibbelt oder geschnitten werden.

Kork und Holz verbinden 2/2
Kork und Holz verbinden 2/2

Dann die Drahtenden in die gebohrten Löcher einführen und beide Teile gut zusammendrücken.
Nun heisst es wieder trocknen lassen, bevor es weitergehen kann.

Schritt 5: Verputzen

Verputzte Korkmauern
Verputzte Korkmauern

Da der Kork wahrschneinlich nicht sauber geschnitten wurde (zumindest ich habe noch keinen Weg dafür gefunden, egal wie scharf mein Messer ist) und weil außerdem die Klebenstelle zwischen den beiden Platten verborgen werden möchte, sollte man als nächstes die Oberseite und das freie Ende der Korkplatten verspachteln.
Dafür kann man zum Beispiel GIps oder Spachtelmasse verwenden. Das letztere aber etwas robuster ist und es sie außerdem auch in leicht flexibler Variante gibt, bietet sie sich wohl an. Ich für meinen Teil habe einfach etwas von dem Moltofill, das ich eh da hatte verwendet.

Das Ergebnis muss nun auch wieder etwas trocknen, bevor es mit dem nächsten Schritt weitergehen kann. Im Falle von Moltofill sollten das abe rnur einige MInuten sein.

Schritt 6: Schleifen

Fertige, unbemalte Mauern
Fertige, unbemalte Mauern

Zu guter Letzt (wenn man von der noch fehlenden Bemalung mal absieht) muss man nur noch ein grobes Schleifpapier zur Hand nehmen und die vorher aufgetragene Spachtelmasse glätten.

Tada!
Fertige Mauern, die nur noch auf Farbe warten.
Wenn mir danach ist, schreibe ich die Tage nochmal einen Artikel dazu. So zum Beispiel können sie dann aussehen:

Hier entlang zu "Honest Eds Meds"
Hier entlang zu „Honest Eds Meds“

In diesem Sinne: Gute Nacht. :)

Gruß
Peter

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4 Kommentare zu “Geländebau – Modulare Mauern in günstig”

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