Jarhead’s Malworkshop in Forchheim

„Bitte hier innovatives Zitat einfügen.“
;)

Auf Massive Voodoo treibe ich mich ja nun schon verdammt lange herum und habe auch schon das eine oder andere von deren Tutorials in meinen eigenen Ideen umgesetzt, aber letztes Wochenende hat es mich nun tatsächlich auf Romans Einsteiger-Workshop verschlagen.
Und ich muss sagen: Es hat sich gelohnt. :)

Zuerst war ich ein wenig skeptisch, vor allem als es um die theoretischen Themen die Komposition, Kontrast, Farblehre etc ging. Das sind solche Themen, die mich schon am Kunstunterrricht damals zu meiner Abiturzeit gestört haben. Nicht dass ich die Informationen dahinter als ganz und gar falsch erachte, aber viel zu oft kam es mir einfach extrem an den Haaren herbeigezogen vor. Vor allem, wenn es damals um die Interpretation von Gemälden ging (viertes Fach Kunst *zwinker*). Zum Glück ist dieser Inhalt aber nur zu einem kleinen Anteil in Romans Kurs enthalten – ganz lässt sich die Theorie eben nicht vermeiden – und wenn dann kam es mit einem sehr praktischen Ansatz, guten Beispielen, einer gesunden Portion Humor und gelegentlichen Seitenhieben in Richtung eines gewissen Marktführers unter den Herstellern kleiner Plastikfiguren. ;P

Kleines Review meinerseits gefällig? :)
OK, weil ihr es seid.
Ob ich die Reihenfolge aller Teilschritte noch richtig in Erinnerung habe, weiß ich allerdings grad nicht mehr. Der eine oder andere „Dreher“ sei mir also verziehen. ;P

Freitag – Kurstag 1 – Einleitung, Basebau, etc

Entgratete und verklebte Dämonette
Entgratete und verklebte Dämonette

Nach kurzer, informeller Begrüßung ging es am Freitag Abend ziemlich bald zum Entgraten und dem Zusammenbau einer Dämonette von Games Workshop.
Wie Roman so schön erklärte, verwendet er die Dämonetten, weil sie in ihrem Aufbau und ihren Details sehr gut mit seinen Techniken un seinem Kursinhalt zusammenspielen. Und heute, nachdem der Kurs nun einen bzw schon fast zwei Tage zurückliegt, kann ich ihm da nur zustimmen. ;)Sie besitzen ausreichend Details für „Spielereien“, aber nicht zu viel davon, dass ein Anfänger direkt erschlagen wird. Außerdem haben diese Figuren jede Menge Flächen, an denen man Veräufe üben kann und kommen außerdem mit genügend unterschiedlichen Materialien daher, an denen sich wiederum verschiedene Techniken trainieren lassen.

Vorher (oder war es doch hinterher) gab es noch die eine oder andere, kurze Präsentation um auf der einen Seite etwas Inspiration für das anstehende Projekt zu gewinnen, aber auf der anderen Seite auch ein Gefühl für Komposition zu bekommen und die Augen etwas „einzugewöhnen“.
So würde ich das Thema zumindest beschreiben.

Basebau - Meine ersten Überlegungen
Basebau – Meine ersten Überlegungen

Später am Abend folgte der Bau der Base.
Bevor wir allerdings selbst loslegen durften, gab uns Roman eine ausführliche Übersicht der Basingmaterialien, die er uns mitgeracht hatte, und auch wie und wo man sie sich beschaffen kann.
Einiges davon war mir durchaus schon bekannt und für mich waren es die ersten Bestätigungen, dass ich intuitiv so einiges richtig gemacht hatte. Augenöffner waren aber auch ausreichend darunter und sollten sich im weiteren Verlauf des Wochenendes noch verfestigen. ;)
Einger von ihnen wir wohl dafür sorgen, dass ich demnächst doch mal wieder im Wald spazieren gehen werde. Mit Plastiktüte natürlich. :D

Am Tag vor dem Kurz hatte ich mir bereits ein paar Gedanken über ein mögliches Basing zu meiner Dämonette gemacht, doch weil die Zeit knapp war und auch das Material nicht ganz das hergab, was ich benötigt hätte, musste ich dann rasch umdisponieren. Nun ja, und der schnellste Planer bin ich in diesem Bereich auch nicht unbedingt. Verrenne mich manchmal einfach zu sehr in Details und Eventualitäten, so dass – wie auch in diesem Fall – am Ende schnell mal die Zeit knapp wird.
Zum Glück gab es aber am nächsten Morgen noch etwas Puffer, um das gute Stück zu Ende zu bauen.

Weitestgehend fertige Base
Weitestgehend fertige Base

Auf einer Basis von Milliput habe ich mit etwas Kork aufgebaut und einigen, kleinen Platten aus Gipsresten aufgebaut. Außerdem gab in der rückwärtigen Ecke noch ein schickes Stück Ast/Wurzel und auf Rat von Roman hin habe ich auch noch ein paar kleinere Wurzeln drangebaut, die über die Gipsplatten wuchern.
Lustigerweise stammt keine von ihnen von der großen Wurzeln, doch mit ein paar kleinen Tricks konnte man davon – spätestens nach der Grundierung – nichts mehr erkennen. ;)

So viel zum Freitag.
OK, ein paar Präsentationen gab es im Anschluss noch, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, zu welchen Themenbereichen sie waren. Dürften einige der bereits oben erwähnten gewesen sein. War am Ende aber auch etwas spät. ^^

Samstag – Kurstag 2 – Teil 1 – Grundieren

Meine grundierte Dämonette und Base
Meine grundierte Dämonette und Base

Am Samstag Morgen gab es – nach der bereits erwähnten zusätzlichen Zeit fürs Finish das Basebau – noch ein wenig Theorie und danach den eigentlichen Abschluss der Base in Form von Dreck – oder Blumenerde wie Roman sie gerne nennt –  und ein paar anderen Materialien (zB Crackle Paint), bevor es an die frische Luft ging zum Grundieren.

Eine ausführliche Erklärung zur Zwei-Komponenten-Grundierung und die eine oder andere Anekdote über „böse Sprayer“, aufgeschreckte Nachbarn und einen kleinen Polizeieinsatz später, durfte jeder selbst an die Spraydose.
Für mich eine echte Premiere, denn aufgrund meiner räumlichen Situation habe ich bisher nur per Pinsel grundiert und werde wohl auch weiterhin dabei bleiben. Ging aber trotzdem ganz gut von der Hand.
Seinen Reiz hat die Grundiervariante von Roman aber auf jeden Fall. Auf dem obigen Bild kann man sehr gut erkennen, wie die Details und der Lichtverlauf durch einfache Tricks herauskommen.
Vielleicht schaffe ich es ja doch bei Zeiten umzuziehen und kann mir dann eine kleine Airbrushing-Station einrichten. Mit Spraydosen werde ich nämlich definitiv nicht anfangen. ;)

Bevor es dann am Nachmittag weiter zu den ersten Bemalungen ging, habe ich schnell die Zeit für einen Schnappschuss der Werke der anderen Kursteilnehmer genutzt.
Wie man sieht sind auch ein paar Nicht-Dämonetten dabei, da einige Wiederholungstäter auf dem Workshop anwesend waren.

Grundierte Dämonetten etc (1/2)
Grundierte Dämonetten etc (1/2)
Grundierte Dämonetten etc 2/2)
Grundierte Dämonetten etc 2/2)

Samstag – Kurstag 2 – Teil 2 – Farbe kommt ins Spiel

Weiter ging es am Nachmittag mit einer weiteren Vorführung am „Lehrerpult“. Begleitet von dem süffisanten Grinsen der Wiederholungstäter erklärte uns Roman den Aufbau einer kleinen Kontraststrecke und stellte uns dann seine Nass-in-nass-Technik zum Skizzieren der Base vor.
So schockierend, wie es von den alten Hasen vorhergesagt wurde, fand ich die Technik jetzt nicht, aber definitiv sehr interessant und es war ein weiterer Augenöffner für mich.
Sie erinnert ein wenig an das, was ich aus der Ölmalerei kenne. OK, so viel ist das allerdings auch wieder nicht. ^^

Meine fertig skizzierte und auch schon etwas fortgeschrittene Base
Meine fertig skizzierte und auch schon etwas fortgeschrittene Base

Danach war natürlich jeder selbst gefragt, das Gezeigte umzusetzen.
Für mich stellte sich also die Frage nach der Farbkomposition. Auf welche Art oder Arten von Kontrast wollte ich es anlegen?
Ursprünglich hatte ich mir mal eine rote Dämonette in einer relativ natürlichen Szene vorgestellt, doch davon – oder zumindest von der Farbe der Dämonette – bin ich rasch wieder abgerückt.
Wie war Romans Wortlaut später? „Rot ist eine undankbare Farbe“ oder so ähnlich. Das muss ich zu diesem Zeitpunkt wohl schon geahnt haben. ^^

Bunt sollte es trotzdem werden und tendenziell „rötlich“. Also sollte die Base nach Möglichkeit in eine andere Richtung gehen.
Nach kurzer Hilfestellung durch Roman habe ich mich dann für „Brown Violett“ von Vallejo Model Color als Basisfarbe entschieden. Als ersten Schatten gab es „Dark Prussian Blue“ und als zweiten schlichtes Schwarz. Für die Lichter hingegen „Iraqui Sand“ und „Ivory“.
Ich muss sagen: Eine sehr interessante Erfahrung und vielleicht eine jener Lektionen des Workshops, die mir auf lange Sicht das meiste bringen werden.

Kleine, feine Details auf der Base
Kleine, feine Details auf der Base

Im weiteren Verlauf konnte ich mich noch um einige Details das Base wie zum Beispiel den Baum, die Wurzeln oder den Schild kümmern, aber wirklich fertig geworden bin ich – wie auch bei der Dämonette – nicht. Dafür war das Wochenende dann doch einfach zu kurz.
Vielleicht finde ich aber demnächst hier bei mir am Maltisch etwas Zeit, um das Werk doch noch zu einem echten Ende zu bringen. Wer weiß? ;)

Grundbemalung meiner Dämonette
Grundbemalung meiner Dämonette

Der Abend war der Dämonette gewidmet und es ging los mit der Grundfarbe. Ein Tipp von Roman: Nicht zu bunt anfangen. Lieber etwas Grau mit hineinmischen.
OK, also hieß es Farben sichten.
Pures „Sunset Red“ war mir krass, also habe ich es zur Hälfte mit „Royal Purple“ gemischt und einen Klecks „London Grey“ hinzugegeben.

Alles noch relativ unspannend. Das wirklich interessante kam in Folge: Das setzten der Schattenverläufe passend zum zenitalen Licht (wurde ganz am Anfang am Freitag erklärt, abe rich bin hier nicht darauf eingegangen) durch Lasuren.
Prinzipiell war mir das mit den Lasuren nicht unbekannt, aber bisher hatte es nie so recht zum Erfolg geführt. Mit Romans Erklärungen hingegen schon: nächster Augenöffner. ;)Und dann – viel schneller als erwartet – war es plötzlich spät in der Nacht und das Setzen der Lichter musste auf den Folgetag verschoben werden.

Sonntag – Tag 3 – Lichter, Leder und „Bling Bling“

Vergleich - Links: nur Grundfarbe - Rechts: mit Schatten und ein paar Lichtern
Vergleich – Links: nur Grundfarbe – Rechts: mit Schatten und ein paar Lichtern

Wie schon erwähnt ging es am Sonntag weiter mit dem Malen.
Zum einen zeigte uns Roman wie wir mit der gleichen Technik, mit der wir am Vorabend die Schatten heraus gearbeitet hatte, auch die Lichter der Figur setzen konnten (oben auf dem Bild kann man beides ein wenig erkennen), aber im weiteren Verlauf des Tages ging es auch um andere Techniken zum Beispiel für Leder und Metall.

Unterstützt wurden die Erläuterungen abermals durch kurze Präsentationen mit jede Menge Anschauungsmaterial. Teils handelte es sich dabei um Romans eigene Werke, teils aber auch um moderne Fantasybilder oder sogar klassische Gemälde aus Epochen, die ich – zumindest heutzutage – nicht mehr identifizieren kann. ^^

Romans Technik für Leder war ein echtes Highlight für mich und wurde schon gestern Abend in mein eigenes Repertoire aufgenommen. ^^
Seine Herangehensweise an Metall (TMM) finde ich aber auch nicht schlecht und ich werde sie wohl übernehmen, soweit es mir passt. Für Infinity werde ich aber wohl bei NMM bleiben und dieses hoffentlich noch verfeinern.
Auf der anderen Seite habe ich aber bereits auf dem Kurs ein paar eigene Noten in seine Techniken einfließen lassen und solange das Ergebnis passt, wüsste ich nicht, was dagegen sprechen sollte. Ist halt noch immer Kunst. ;)

Das Bemalen von Augen und anderen kleinen Details darf auch nicht vergessen werden und auch hier gab es den einen oder anderen Tipp aus der großen Lappat’schen Trickkiste.

Übersicht der fertigen Workshop-Werke (1/2)
Übersicht der fertigen Workshop-Werke (1/2)

Am Ende sind einige hübsche Werke zusammengekommen, doch seht am besten selbst. Wenigstens soweit es meine schnellen Fotos hergeben. ;)

Übersicht der fertigen Workshop-Werke (2/2)
Übersicht der fertigen Workshop-Werke (2/2)

Sollte ich noch bessere erhalten oder Roman ein eigenes Review auf Massive Voodoo verfassen, werde ich bei mir hier im Blog entsprechend darauf verweisen.

Sind wir jetzt fertig?
Nee, Fazit fehlt noch und gescheite Bilder von meiner Dämonette. ;)

Peters Fazit zum Workshop

Ich muss allem voran sagen: Der Workshop war anstregend.
Positiv anstrengend.
Das lag vor allem daran, dass die Zeit klar begrenzt war und die Themen zahlreich. Gelohnt hat es sich aber genauso sehr.

Kursergebnis: meine Dämonette (1/4)
Kursergebnis: meine Dämonette (1/4)

Ich konnte reichlich neuen Input für mich aufschnappen und ich denke, der Kurs hat mich oder eher wird mich noch einmal gut voranbringen in meinen eigenen Malergebnissen, aber auch in meiner Motivation und auch ein wenig in meiner Geschwindigkeit (bessere Vorgehensweisen).

Kursergebnis: meine Dämonette (2/4)
Kursergebnis: meine Dämonette (2/4)

Falls jemand – fast egal welche Malerfahrung er oder sie hat – mit der Teilnahme an einem von Massive Voodoos Kursen liebäugelt, ich kann es nur empfehlen.
Roman macht sich wirklich Gedanken darüber, wie er den Kurs strukturiert und wie er die Inhalte an die Kursteilnehmer vermitteln kann. Und er nimmt sich auch Zeit für jeden Einzelnen, wenn es ihm möglich ist.
Das ist etwas wo meine Pappenheimer auf der Arbeit nicht oder nur sehr selten gegen anstinken können und ich vermute, die bekommen wesentlich mehr Geld dafür. ;P

Kursergebnis: meine Dämonette (3/4)
Kursergebnis: meine Dämonette (3/4)

Am Ende gab es außerdem nicht nur das obligatorische Gruppenfotos, sondern auch noch eine kurze Feedbackrunde, wo jeder seine Vorschläge äußern konnte.
Ich hoffe mein Einwurf ist so positiv angekommen, wie er gemeint war. Ja, ich nörgele öfters, aber selten ohne Grund und nur manchmal mit böser Absicht. Wenn mein Gegenüber es gut meint – wie in diesem Fall – dann stets mit guten Hintergedanken. Versprochen! ;P

Kursergebnis: meine Dämonette (4/4)
Kursergebnis: meine Dämonette (4/4)

Vom inhaltlichen hat der Workshop auf jeden Fall meine Erwartungen erfüllt, denn ich konnte reichlich Inspiration in technischer wie kreativer Hinsicht mitnehmen.
Ob ich ihn ein weiteres Mal besuchen würde? Vielleicht. Das größte Problem für mich ist dabei leider die Zeit. Falls sich nächstes Jahr oder so ein weiterer Kurstermin hier in der Nähe ankündigt, werde ich es noch einmal in Erwägung ziehen.
Sollte er aber weiter weg sein, muss ich mir dafür eindeutig Urlaub nehmen, sonst werden hin- und Rückfahrt etwas sehr kräftezehrend. ^^

So, nun aber genug geschrieben. WordPress sagt, es sind schon über 2000 Wörter. Und außerdem wollte ich heute Abend noch etwas weitermalen. ;)

Gruß
Peter

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9 Kommentare zu „Jarhead’s Malworkshop in Forchheim“

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