Infinity / Umbauten – Base-Upgrade 40mm auf 55mm

OK, Corvus Belli hat sich vor kurzem überlegt die Basegrößen ihrer Figuren neu zu regeln. Gut, sie halten alles noch flexibel und zwingen niemanden dazu, bestehende Figuren auf eine andere Base zu bauen, aber immerhin werden ab jetzt alle neuen Figuren auch mit ihren neuen Basegrößen ausgeliefert.
Ich hoffe sie verfolgen einer größeren Plan mit dieser Änderung. Auf der anderen Seite wenn ich so an meine Arbeit denke… ^^

Auf jeden Fall ist eine meiner neueren Figuren von den Änderungen betroffen: der Anaconda TAG.
Leider ist er nicht mehr so neu, dass ich ihn nich schon auf eine Base geklebt hätte. Eine Resin-Base von Micro Arts Studio um genau zu sein.
In Ordnung, da ich weder Turniere spiele, noch Corvus Belli einen Zwang hinter die Änderungen stellt, könnte ich mir jegliche Anpassungen an meinem Anaconda sparen.
Andererseits: Das kann man doch auch mit einem Base-Adapter regeln oder nicht?
Challenge accepted, Corvus Belli. :)

Schritt 1: Wir brauchen eine Vorlage

Schritt 1 - 55mm Vorlage aus Pappe
Schritt 1 – 55mm Vorlage aus Pappe

Einfacher geht’s kaum, außer wenn gerade eine Gehirnwindung klemmt und Radius 22,5mm = Durchmesser 55mm sind.
Ich habe mir einfach ein Stück Pappe geschnappt (passend zum Thema nen Stück einer alten Infinity Starterbox), den Kreisschneider richtig eingestellt und einen 55mm durchmessenden Kreis ausgeschnitten. Danach schnell den Anaconda auf seiner aktuellen Base darauf positioniert und angezeichnet, wo in etwa er in Zukunft auf seiner neuen Base stehen soll. Je nachdem wie man es haben will, entweder zentral oder etwas off-center positionieren.

TIPP: Am besten zwei Schablonen fertig machen. Dann werden die folgenden Schritte einfacher. ;)

Schritt 2: Milliput-Action

Schritt 2 - Milliput-Scheibe
Schritt 2 – Milliput-Scheibe

Als erstes habe ich etwas Milliput Standard gemischt und möglichst dünn auf der Schablone verteilt. Dabei darf es ruhig etwas über den Rand hinausgedrückt werden, denn das kann man später wieder sauber hinschnibbeln.
Um die Oberfläche möglichst glatt und gleichmäßig zu bekommen, gabs oben drauf noch ne fixe Behandlung mit etwas Wasser.

Schritt 2 - Milliput-Adapterring
Schritt 2 – Milliput-Adapterring

Zweite Milliput-Action.
Eventuell wäre es günstiger gewesen diesen Schritt auf der fertigen Grundplatte durchzuführen, doch dafür hätte ich warten müssen, bis diese durchgehärtet war.
Stattdessen konnte ich bei der gezeigten Variante aber direkt weiter arbeiten.

Wie bin ich vorgegangen?
Ich habe eine zweite Schablone mit einer kleinen Kugel Pattafix auf meiner Unterlage befestigt, ein Stück Frischhaltefolie daraufgelegt und wieder den TAG darauf positioniert.
Danach habe ich Schritt für Schritt Miliputt um die Base herum verteilt, bis ich einen vollständigen Ring zusammen hatte. Dabei habe ich die Resin-Base nicht zur vollen Höhe umbaut, sondern nur etwa 3/4. Aus der späteren Vorgehensweise sollte sich ergeben warum.

TIPP: Den Rand der Resinbase mit etwas Vaseline oder so einschmieren, damit das Milliput nicht zu stark daran festklebt.

Schritt 2 - Ergebnis
Schritt 2 – Ergebnis

Wenn alles härten konnte, hat man also zwei Scheiben aus Milliput, die halbwegs gut aufeinander passen. Eine davon mit Bonusloch. ;)

Schritt 3 – Zusammenbau und Trimmen

Schritt 3 - plan geschliffene Grundplatte
Schritt 3 – plan geschliffene Grundplatte

Je nachdem wie sauber man es geschafft hat zu arbeiten, muss man die Grundplatte noch nachschleifen. Also vermutlich immer, es sei denn jemand kennt einen Trick zum Arbeiten mit Milliput, den ich noch nicht kenne.
Meine Platte hatte auf jeden Fall 2-3mm Dicke und wurde daher von mit auf 2mm herunter geschliffen. 80er Schleifpapier funktioniert da wunderbar.
Viel dünner würde ich die Grundplatte nicht bauen, weil sie ansonsten ihre Stabilität verliert.

Schritt 3 - Inneren Kreis trimmen
Schritt 3 – Inneren Kreis trimmen

Nachdem das erledigt war, hatte ich eine schön ebene Fläche, auf die ich – mit einer guten Portion Sekundenkleber, den Adapterring kleben konnte.

TIPP: Während der Trockenzeit mit irgentwas beschweren. In meinem Fall ein großes Glas mit Wasser.

Sobald der Rohling des Baseadapter getrocknet ist, kann man mit dem Zurechtrimmen loslegen.
Zum Beispiel sollte man im inneren des Rings etwas vom Milliput wegschneiden, um für einen guten Sitz der Resin-Base zu sorgen. Diese hat ja (leider) keinen geraden, sondern einen leicht angeschägten (konischen) Rand.

Schritt 3 - Außenrand trimmen
Schritt 3 – Außenrand trimmen

Beim äußeren Rand ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas geschnitten werden muss sogar noch größer, denn schließlich ist es Handarbeit und keine Maschinenproduktion. ;)
Sollte sich aber auch recht gut schneiden lassen, wenn das Messer ausreichend scharf ist. Nur nicht in den Finger schneiden (Nein, ist mir nicht passiert ;P ).

Schritt 4 – Lücken füllen und plan schleifen

Schritt 4 - Lücken füllen
Schritt 4 – Lücken füllen

Bei den bisherigen Arbeiten sind leider ein paar Lücken entstanden, die gefüllt werden möchten.
Am besten eignet sich dafür nach meiner Erfahrung Plastic Putty von Vallejo. Milliput-Milch hätte den Job vermutlich auch bewältigt, aber ich hatte keine Lust etwa neues anzumischen.

Nachdem die Füllmasse trocken war, habe ich erst mit einem feinen Schleifpapier drüber geschliffen (irgendein Restfestzen, der gerade noch rumlag) und danach

Schritt 4 - Geheimtipp zum wirklich blank schleifen
Schritt 4 – Geheimtipp zum wirklich blank schleifen

bin ich mit diesen feinen Werkzeugen nochmal drübergegangen.
Was das ist? So Schleifdinger für Fingernägel. Also eigentlich Frauenzeug, aber, wie ich finde, auch genial für solche Arbeiten, denn damit kann man an Green Stuff wirklich blitze blank schleifen/polieren.Einfach in der Reihenfolge der Nummern (Stufe 1 ist noch schleifen, 2 und 3 eher polieren) über die Fläche drübergehen und danach glänzt es richtig. Einfach mal ausprobieren und wenn es zu püeinlich ist die Freundin, Schwester oder Mutter zum Kaufen der Dinger schicken. Kosten auch nicht die Welt.
Geben auch etwas nach, was vorteilhaft bei einigen Arbeiten sein kann.
Fotografieren ließ sich das allerdings nicht sinnvoll. Von daher müsst ihr mir einfach glaube, dass es etwas bringt.

So, im Grund ehat man nun einen passenden Rohling, auf dem man weiter aufbauen kann.
Gibt aber noch ne Bonusrunde für all die, die mehrere dieser Adapter brauchen und das ganze etwas modularisiern wollen. ;)

Bonusrunde – Schritt 5 – Abguss erstellen

Schritt 5 - Silikonabguss in Arbeit
Schritt 5 – Silikonabguss in Arbeit

Angenehmerweise kam gerade zum richtigen Zeitpukt die Lieferung von PK-Pro an, so dass ich direkt mit dem geplanten Silikonabguss forfahren konnte.

Dazu habe ich einfach den frisch gebauten Rohling mit etwas Pattafix in einem schlichten Plastikbehälter befestigt, das Silikon angerührt und vorsichtig in die Form gegossen.
Wer dazu mehr wissen will, schauf sich am besten im Netz um, denn dazu gibt es dutzende Anleitungen.
Sollte jemand hingegen eine Quelle für 2-Komponenten-Silikon haben, die günstiger ist als PK-Pro, dann immer her damit. Ich habe nämlich bisher keine gefunden.

Schritt 5 - fertiger,. unbearbeiteter Abguss
Schritt 5 – fertiger,. unbearbeiteter Abguss

Zu meiner Verteidigung sei gesagt, das war der erste Silikonabguss, den ich auf diese Art und Wewise gemacht habe. Bisher habe ich nur ganz kleine Sachen mit helbfestem Silikon abgeformt.
Außerdem war ich beim Behälter schlecht vorbereitet und musste etwas improvisieren. Hatte keinen mit einem wirklich flachen Boden und schon deswegen ist ein wenig Silikon unter den Rohling gelaufen.
Naja, solange es nur das ist. :)

Schritt 5 - nachbearbeiteter Silikonabguss
Schritt 5 – nachbearbeiteter Silikonabguss

Wofür gibt es scharfe Messer bzw kleine Scheren und etwas Geduld?
OK, der Rand ist jetzt nicht ganz sauber, aber auch das lässt sich wieder kompensieren.
Nächster Schritt: Kopie erstellen.

Schritt 6 – Kopie des Adapters erstellen

Schritt 6 - Gefüllte Silikonform
Schritt 6 – Gefüllte Silikonform

Womit man die Form jetzt befüllt, bleibt einem selbst überlassen.
Man kann Milliput hineinpressen oder sogar Resin anmischen und eingießen oder oder oder. Je nachdem, was man gerade da hat. Nur reines Green Stuff würde ich nicht verwenden, weil die benötigte Menge einfach etwas große ist.
Hier auf dem Beispiel habe ich die Form mit BeesPutty Plastic befüllt (Danke nochmal an Battlefield Berlin für die zwei Probepäckchen.) verwendet habe ich dann am Ende aber doch Fimo, das bei mir schon etwas länger herumlag. Gebacken werden muss auf jeden Fall beides.

TIPP: Direkt in diesem Schritt ein Stück Metall mit einarbeiten,  falls man in Folge mit Magneten arbeiten will (siehe unten).

Schritt 6 - Fertige Kopie (plus Form und TAG)
Schritt 6 – Fertige Kopie (plus Form und TAG)

Unter das Fimo habe ich einfach eine Unterlegscheibe gepackt. Die hat sich beim Eindrücken der Masse zwar noch etwas verschoben, aber da ich die Magnete erst hinterher unter den Anaconda geklebt habe, war das kein echtes Problem.
Falls man noch etwas aber der Kopie nacharbeiten will, ist jetzt – im noch ungebackenen Zustand eine gute Gelegenheit. Hinterher geht aber auch noch.

TIPP: Fertig befüllt Form für ein paar Minuten in den Kühlschrank, damit die Modelliermasse wieder fester wird und sich sauberer aus der Form nehmen lässt.

Nun heisst es, nach Anleitung härten (zB backen) und danach geht es weiter.

Schritt 7 – Rohling + Modelliermasse = fertiger Adapter

Den Rohling kann man jetzt daher nehmen, um ihn mit weiteren Schichten zB aus Green Stuff zu versehen. Somit kann man einen Adapter erschaffen, der genau zur kleineren Resin-Base passt, auf der sich die Figur schon befindet.
Weiter werde ich darauf nicht eingehen (habe auch keine Bilder der Zwischenschritte ;) ) aber am Ende kann das dann so aussehen.

Schritt 7 - Weitestgehend fertiger Adapter
Schritt 7 – Weitestgehend fertiger Adapter

Der Adapter ist zwar noch nicht 100% fertig (hier und da muss noch das bereinigt werden), aber ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

OK, hat jemand weitere Anregungen oder den Adapter vielleicht sogar nachgebaut? Oder eine eigene Variante entwickelt?
Wenn ja, dann immer her mit den Kommentaren. :)
Von mir gibt es dann hoffentlich bald die bemalte Variante.

Gruß
Peter

Advertisements

Ein Kommentar zu “Infinity / Umbauten – Base-Upgrade 40mm auf 55mm”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s