Geländebau – Einfache, schnelle Barrikaden

Ich war die Tage beim Ikea.
Nein, ich habe keine Teelichter gekauft und ich bin auch tatsächlich mit einer nur zweistelligen Rechnung wieder rausgekommen. Ich hatte allerdings einen jener Momente.

Mmh, was für einen „Moment“ könnte der Bekloppte wohl meinen? ;P Einen jener „Hey, daraus kann man doch was cooles bauen“-Momente. :)

DAS Ikea-Produkt: Eiswürfelform
DAS Ikea-Produkt: Eiswürfelform

Dies ist das Objekt der Begierde: Eine Silikonform für längeliche Eiswürfel. Und die Gebreuchsspuren lassen schon erahnen, was ich damit angestellt habe.

Erst bin ich an den Dingern vorbeigegangen und habe sie nicht beachtet. Als ich eine Minute später aber nochmal vorbeikam, habe ich genauer hingesehen und vor allem auch auf den Preis geschaut.
Mmh, ja, da könnte man etwas draus bauen… und für 99 Cent (oder so um den Dreh) kann auch nicht viel falsch machen.

Zu Hause habe ich dann den ersten Versuch gestartet und die Form mit etwas Gips gefüllt, doch nach mehreren Tagen musste ich feststellen, dass der Gips zu brüchig war.
Da kann man aber was gegen machen.

Vorbereitungen

Vorbereitung: Schaschlikspieße schneiden
Vorbereitung: Schaschlikspieße schneiden

Was machen Bauarbeiter, um die Stabilität von Zement zu erhöhren? Sie mischen Steine und Stahlmatten unter die Masse. Sowas kann ich doch auch. ;)
In meinem Fall sind es allerdings Schaschlickspieße geworden. Draht würde sicherlich den gleichen Zweck erfüllen. Kann aber sein, dass der zu sehr einsinkt (siehe weiter unten).

Die Aussparungen in der Silikonform haben etwa 14cm Länge und ziemlich genau 2cm Tiefe (also eigentlich fast perfekt für halbe Deckung bei Infinity etc). Entsprechend habe ich die Schaschlikspieße auf 12-13cm geschnitten.

Schritt 1: Gips einfüllen

Schritt 1: erste Schicht Gips + Spieße
Schritt 1: erste Schicht Gips + Spieße

 

Als erstes habe ich die Aussparungen etwa zur Hälfte mit Gips gefüllt und auf diesen dann möglichst mittig die Spieß-Stücke gelegt.

Den Gips (normaler ausm Baumarkt) rühre ich mittlerweile gerne mit etwas Holzleim an, weil ich der Meinung bin, dass er dadurch etwas härter und robuster wird.
Gelgentlich mische ich auch etwas Vogelsand drunter. Die Erfahrungen damit sind allerdings noch etwas zwiespältig und wenn man einen zu hohen Sand- und Leimanteil hat, ist die Masse zwar richtig hart, aber das Verarbeiten wird sehr schwer. Macht man sich nur die teure Säge bei kaputt… -.-

Schritt 1: zugipsen und abziehen
Schritt 1: zugipsen und abziehen

Danach die Form bis zum oberen Rand mit Gips füllen, etwas durchrütteln und danach mit nem breiten Spachtel oder so die Oberfläche glatt abziehen.

Schritt 2: Trocknen lassen und entformen

Nun heißt es „trocknen lassen“.
Ausreichend!
Abhängig von der Mischung kann das etwas dauern, aber besser zu lange warten, als zu ungeduldig sein. Wäre nicht das erste Teil, wo die Hälfte Gips in der Form bleibt. ^^

Was dabei herauskommt sieht vermutlich so aus.

Schritt 2: entformte Gipsteile
Schritt 2: entformte Gipsteile

Wenn man die Gipsteile aus der Form geholt hat, sind sie garantiert noch nicht ganz trocken. Man kann sie aber unter Umständen schon jetzt weiter verarbeiten.
So pauschal kann ich das nicht beantworten. Da muss eifnach jeder etwas Erfahrung aufbauen. Gips kostet ja nun auch nnicht die Welt. Da kann man ruhig mal ein paar Tests machen. ;)

Wenn der Gips schon gut fest, aber noch nicht ganz trocken ist, kann es seine Vorteile haben, ihn schon zu verarbeiten. Man muss ihn zwar etwas vorsichtiger behandeln, aber im Gegenzug „staubt“ er nicht so sehr beim Bearbeiten.

Schritt 2: Risse und Macken am entformten Gipsteil
Schritt 2: Risse und Macken am entformten Gipsteil

Wenn die Gipsteile Macken oder Risse haben sollten, ist das in diesem Fall alles anderes als Schlimm. Ich begrüße es sogar, denn das verleit den Barrikaden einen gewissen Charakter und gibt ihnen einen Eindruck von Alter und Abnutzung.
Man muss später nur beim Bemalen nur darauf achten, dass man es nicht komplett zukleistert.

Ansonsten habe ich die Gipsstücke noch etwas mit einer alten Cutter-Klinge bearbeitet. Dabei habe ich die Überstände am unteren Rand abgeschnitten bzw abgeraspelt und außerdem noch die Unterseite möglichst plan geschliffen.

Schritt 3: Eine kleine Grundplatte

Theoretisch könnte man die Gipsteile nun so belassen und bemalen. Mir gefällt es allerdings besser, wenn auch solche kleinen Geländestücke wenigstens eine minimale Grundplatte besitzen.
Zu hoch sollte sie aber auch nicht sein, damit man gut und möglichst nah die Figuren an die Barrikade stellen kann.
Pappe beitet sich da an.
Ehemalige GW-Verpackung zum Beispiel, denn die hat auf einer Seite genau die passense Länge. ;)

Schritt 3: Pappe für Grundplatte
Schritt 3: Pappe für Grundplatte

Also einfach auf der kurzen Seite mit der Schere einen 2-3cm breiten Streifen abschneiden und schon fast fertig.

Schritt 3: Gipsteile bereits zum Festkleben
Schritt 3: Gipsteile bereits zum Festkleben

Beim ersten Versuch habe ich Heißkleber ausprobiert, weil ich die Pistole auch gerade heiß ahtte, doch das hat nicht länger als 5 Sekunden gehalten. Also musste dann doch der Holzleim herhalten. ;)

Bevor es ans Kleben geht, aber noch etwas anderes:
Müssen es unbedingt 6 x 14cm Barrikaden sein? Da lässt sich doch was machen. ;)

Optional: Halbe oder anders geteilte Barrikaden

Optionaler Schritt: Durchgesägte Barrikaden
Optionaler Schritt: Durchgesägte Barrikaden

Genau. Der Gips lässt sich nämlich trotz Spieß im Inneren recht gut durchsägen.
Also habe ich flugs aus 2 x 14cm 4 x 7cm gemacht.
Die geraden Schnittkanten müssen nur noch etwas angeglichen werden.

Optionaler Schritt: Geschliffene Schnittkanten
Optionaler Schritt: Geschliffene Schnittkanten

Stimmt nicht ganz mit der Schräge auf der anderen Seite überein, aber kann sich, meiner Meinung nach, sehen lassen. :)

Optionaler Schritt: Stellprobe 2 x 7cm auf Grundplatte
Optionaler Schritt: Stellprobe 2 x 7cm auf Grundplatte

Und auf die bereits geschnittenen Pappstreifen passen sie auch immer noch.

Gut, jetzt kann aber der Kleber kommen.

Schritt 4: Wieder Trocknen lassen

Schritt 4: Kleber aufgetragen (etwas gesaut) und nun trocknen lassen
Schritt 4: Kleber aufgetragen (etwas gesaut) und nun trocknen lassen

Am besten lässt man den Kleber über Nacht trocknen und es kann auch nicht schaden die Gipsbarrikaden etwas zu beschweren, damit ggf noch vorhandene Unebenheiten kompensiert werden können und Gips und Passe gut aneinander gedrückt werden.

Schritt 4: Optionale Erweiterung: Tackernadeln
Schritt 4: Optionale Erweiterung: Tackernadeln

Wer es ganz sicher mag, der kann auch noch ein paar Tackernadeln von unten durch die Pappe und in den Gips hineindrücken.
Dazu sollte der Gips aber am besten noch etwas feucht sein und man muss damit Leben, dass der Geländestück dann hinterher ein klein wenig wackelt. ^^

Fertig

Fertig sind die Barrikaden und können nun den Spielfiguren halbe Deckung liefern.
OK, sie könnten etwas höher sein, aber ich denke, es geht so in Ordnung. Falls nicht, sind nur 3 bis 5 Euro in den Sand gesetzt. Also etwa so viel, wie ein Farbtöpfchen von GW. ;P

Aporpo Farbe.

Fertige Barrikade beim Probestehen
Fertige Barrikade beim Probestehen

So kann das Ganze dann übrigens bemalt aussehen (schwarz grundiert und in meheren Stufen Grau „geschwammt“).
Hier kann man auch ganz gut sehen, wie hoch sie im Vergleich zu den Figuren sind. Aber Obacht, das Foto wurde aus leichter Vogelperspektive geschossen.

Mmh… Moment…
Hey, du da!
Ja, du Hesco-Container!
Was hast du dich da ins Bild geschlichen?
Du bist erst ein ein paar Tagen dran!

OK, genug des Getippe.
*auf die Uhr schau* Bin ich jetzt dreist und sauge heute Abend noch den Gipsstub weg? :D

Gruß
Peter

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4 Kommentare zu „Geländebau – Einfache, schnelle Barrikaden“

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