Peters Versuchslabor: Hesco-Barrikaden, möglichst modular

Was sind Hesco-Barrikaden?
Hesco Bastions“ – so der originale, englische Begriff sind moderne Schanzkörbe. Also große, verstärkte Säcke, die mit Sand gefüllt werden, um dann Baustein für Baustein flexible Befestigungen bis hin zu ganzen Stützpunktbegrenzungen zu bauen.
Und was will man damit beim Tabletop?
Naja, was man bei verschiedenen Systemen immer gut gebrauchen kann, ist sogenanntes Scatter-Terrain. Kleine Geländestücke, die man recht flexibel auf dem Tisch verteilen kann.

Da kam bei mir die Idee auf, im Grunde das Original in klein nachzubauen: Einzelne Hesco-Bausteine, die nicht nur nebeneinander gestellt, sondern auch übereinander gestapelt werden können.
Und das Ganze nach möglichkeit auch noch zeit und geldsparend.

Gipsabgüsse liegen da irgendwie nahe. Vor allem, wenn man günstige Silikoformen bauen kann und dann in wenigen Tagen, einen Haufen Gipsrohlinge zusammen bekommt.
Für die Formen sind allerdings erst einmal ein paar Master notwendig. ;)

Versuch 1: Master aus Gips

Versuch 1: Grundplatte aus Wellpappe
Versuch 1: Grundplatte aus Wellpappe

Alles begann mit einer Grundplatte aus Wellpappe. Davon habe ich mehr als genug herumliegen. Gewählt habe ich ein 4 x 4cm großes Stück.

Versuch 1: Volumen aufbauen mit Alufolie
Versuch 1: Volumen aufbauen mit Alufolie

Die Form sollte in diesem ersten Versuch durch Gips erlangt werden. Doch dafür bedarf es etwas Volumen, dass sich mit dem Gips alleine nicht gut aufbauen lässt. Ein Würfel aus Alufolie bietet sich dort an und wurde mit etwas Kleber auf der Pappe befestigt.

Die Höhe habe ich übrigens gezielt so gewählt, dass ein einzelner Hesco-Sack keine volle Deckung geben wird, sondern noch ein kleiner Teil der Figur (hier am Beispiel von Infinity) über ihn hinwegschaut.

Versuch 1: 5 mal das Ganze. Mit "abgerundeten" Ecken.
Versuch 1: 5 mal das Ganze. Mit „abgerundeten“ Ecken.

Da aber auch ein quadratisch geschnittener Sack keine scharfen Ecken hat, habe ich sie ein Wenig zurecht getrimmt.

Leider stellte sich in der Folge heraus, dass Gips keine so richtig brauchbare Entscheidung war. Oder zumindest meine Mischung schlecht war.
Außerdem sind 4 x 4cm als Grundplatte doch etwas zu groß.
Naja, versuchen wir halt was anderes.

Versucht 2: Schichten aus Pappe

Versuch 2: Volumen mit Pappe aufbauen
Versuch 2: Volumen mit Pappe aufbauen

Im zweiten Versuch habe ich mich eher an Pappe gehalten.
Acht Schichten einfacher Wellpappe sollten es sein, um in etwa die gleiche Höhe, wie beim vorherigen Versuch zu erreichen. Die war nämlich durchaus gut. Als Grundfläche habe ich dieses Mal allerdings nur 3 x 3cm verwendet.

Versuch 2: Wie die Sache mit den Ecken
Versuch 2: Wie die Sache mit den Ecken

Und auch in diesem Fall wurden die die Ecken „abgerundet“, um den Effeckt des Sandgefüllten Sackes nachzubilden.

Versuch 2: Nicht wirklich köstliches Topping
Versuch 2: Nicht wirklich köstliches Topping

Während ich bei dem vorherigen Versuch geplant hatte, den Hesco-Klötzen erst im weiteren Verlauf ihr Topping aus Leim, Sand und Zellulose zu verpassen, ging es bei dieser Variante direkt mit dem Topping weiter.
Und sobald das ausreichend getrocknet war…

Versuch 2: Verkleidung aus Tempo und Leim
Versuch 2: Verkleidung aus Tempo und Leim

…gab es noch eine Verkleidung aus in Leim getränktem Papiertaschentuch. Ganz ähnlich wie bei den Kistenstapeln, die ich damals gebaut habe. Das passt war nicht zu einem prall mit Sand gefüllten Sack, aber ich hatte gerade keine Alterantive zur Hand.
Lässt sich außerdem einfach anwenden und ist spott billig. ;)

Versuch 2: Selbstklebendes Armierungsband als Gitterkorb
Versuch 2: Selbstklebendes Armierungsband als Gitterkorb

Weiter mit dem Stahlgitter, das die Hesco-Bausteine in der Realität verstärkt. Um das zu simlurieren, bietet sich Armierungsband an, das es zB in selbstklebender Form im Baumarkt gibt.
Wirkt auf den ersten Blick etweas teuer, aber so eine Rolle hält ungefähr ewig.

Versuch 2: Armierungsband befestigen
Versuch 2: Armierungsband befestigen

Auf den ersten Blick sah die Befestigung des Armierungsbandes einfach und effektiv aus. Und stappeln ließen sich die „Würfel“ auch ganz gut.

Versuch 2: Fertige (?) Hesco-Barrikde
Versuch 2: Fertige (?) Hesco-Barrikde

Auf den zweiten Blick stellten sich allerdings zwei Probleme heraus:
1) Die Befestigung hielt an den kritischen Stellen nicht gut genug und auch mit Kleber ließ sich nicht erfolgreich nachhelfen. Dauert zu lange zum Trocknen.
2) Die unebene Overfläche, die das verleimte Tempo mit sich bringt, führt leider dazu, dass das Armierungsband an vielen Stellen nicht direkt anliegt. Ansich wäre das kein Problem, aber da eine Zielsetzung war, die Rohlinge abformen und mit Gips nachgießen zu können, entwickelte sich der Effekt mehr oder weniger zum Ausschlusskriterium.
Naja, vielleicht kann man es besser ohne Gitterstruktur abformen und danach die Gipsversionen damit bekleben?

Trotzdem nen weiterer Versuch.

Versuch 3: Günstige Modelliermasse

Versuch 3: Volumen aufbauen mit Alufolie
Versuch 3: Volumen aufbauen mit Alufolie

Der Anfang ist – abgesehen von der kleineren Grundfläche identisch zu Versuch 1: Pappe und Alufolie.

Versuch 3: Verkleiden mit Modelliermasse
Versuch 3: Verkleiden mit Modelliermasse

Weiter geht es bei dieser Variante hingegen mit günstiger Modelliermasse. Das ist die tonbasierte bzw tonähnliche für ~3 Euro / 500g. Gibt verschiedene Variante. Hauptsache sie trocknet an der Luft und braucht dabei nicht zu lange.

Wie man sieht, ist die Höhe wieder grob identisch zu den vorherigen Varianten.

Versuch 3: Noch ein Topping
Versuch 3: Noch ein Topping

Oben drauf gibt es wieder ein Topping.
In diesem Fall aber – gefördert durch den schön vorgeformten Rand, damit es etwas mehr nach „großer Sandsack“ aussieht – allerdings etwas anders hergestellt.
Ich habe die Vertiefung einfach mit der gewünschten Menge Vogelsand gefüllt und dann eine gute Menge verdünnten Holzleim darauf geträufelt. Wenn der Sand nicht alles aufsaugt und etwas durchsickert, ist das auch nicht weiter wild. Das verbindet sich wunderbar mit Alufolie und Modelliermasse. ;)

Bonusrunde: Spachtelmasse

Bonusrunde: Hesco-Sack mit Spachtelmasse
Bonusrunde: Hesco-Sack mit Spachtelmasse

Während der Trocknungspahase kam mir einer weitere Idee, die recht ähnlich zur vorheigen ist.
Statt Modelliermasse habe ich Spachtelmasse (Moltofill) verwendet und statt mit Alufolie das Grundvolumen nur mit Pappe (siehe Versuch 2) aufgebaut.

Lässt sich auch recht einfach herstellen und bietet nach etwas Schleifen eine genauso glatte Oberfläche wie Variante 3.

Fazit

Fazit: 3x brauchbar. 1x Fehlschlag
Fazit: 3x brauchbar. 1x Fehlschlag

Versuch 1 war durchaus eine gute Idee, aber schlecht durchgeführt und im Endeffekt ein Fehlschlag. Ich weiß schon, warum ich keine Bilder gemacht habe. Aber wofür war diese Aktion gut, wenn nicht zum Lernen. ;)

Die anderen drei Varianten (Bonusrunde mitgerechnet) haben ein brauchbares Ergebnis geliefert, wobei Versuch 2 noch am ehensten Einschränkungen mitbringt.

Fazit: Fertiger Hesco mit Abguss von Versuch 3
Fazit: Fertiger Hesco mit Abguss von Versuch 3

Mit einem Abguss von Versuch 3 habe ich einmal weitergearbeiutet und musste leider noch ein par Dinge feststellen.

1) Der leicht konische Verlauf nach oben ist ungünstig und sollte beim Bau eines Masters vermieden werden.
Ich werde deswegen aber keinen neuen bauen. ;P2) Auch bei glatter Oberfläche hält das Armierungsband scheisse. ^^

Ich habe es zwar befestigen können, aber es war frickelig und an einigen Stellen habe ich sigar auf Sekundenkleber zurück gegriffen.
Es muss also entweder eine optimierte Lösung zum Befestigen her oder eine Alternative für die Gitterstruktur. Zumindest, wenn ich nicht von meiner grundlegenden Bauweise abweichen will.
Auf der anderen Seite, könnte ich die Struktur auch ganz weglassen.

Prinzipiell lässt sich auf diese oder vergleichbare Art und Weise auf jeden Fall schönes, flexibles Scatter Terrain bauen, mit dem man sein Spielfeld bereichern kann.
Wenn man erst einmal eine gute Menge von ihnen zusammengestellt hat, lassen sich damit richtige, kleine Festungen bauen.

Fertig bemalter Hesco-Sack
Fertig bemalter Hesco-Sack

Bonus-Bonusrunde

Wenn man wirklich groe Bauten plant, sollte man aber vielleicht noch etwas parallel dazu bauen. Nämlich fertige, größere Gruppen der Hesco-Bausteine.

Bonus-Bonusrunde: Kleine Hesco-Mauer
Bonus-Bonusrunde: Kleine Hesco-Mauer

In diesem Fall habe ich Versuch 2 als Ausgangsbasis verwendet, da die anderen nicht unbedingt praktikabel wären.
Mit dem Armierungsband möchte ich hier nicht hantieren und ganz ohne Struktur sieht es auch nicht aus.

Angefangen habe ich einfach mit einem großen Haufen 3 x 3cm-Platten, die ich zu den verschiedenen Stapel zusammengeklebt (Tipp: Heißkleber) und dann auf einem dünnen Stück Pappe positioniert und fixiert habe. Darauf gab es ein Topping aus Leim, Sand, etc, welches auch gleichzietig als Kleber für die zweite Ebene diente.

Bonus-Bonusrunde: Kleine, verkleidete Hesco-Mauer
Bonus-Bonusrunde: Kleine, verkleidete Hesco-Mauer

Als Verkleidung dann die bekannte Taschentusch-Leim-Ummantelung. Kann sioch doch sehen lassen, oder? Fehlt nur noch Farbe. Aber nicht mehr heute. ;)

Viel Spaß beim Nachbauen. :)

Gruß
Peter

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3 Kommentare zu “Peters Versuchslabor: Hesco-Barrikaden, möglichst modular”

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