Schnipsel: Ein uralter Konflikt

Vor kurzem ist ein neuer Schnipsel entstanden, den ich mit euch teilen möchte.
Ein Schnipsel? Was ist denn das?
Sehr gut Frage. :)

Ein (Geschichten-)Schnipsel ist eine kurze Szene, die mir bei irgendeiner Gelegenheit in den Sinn kam und von mir grob niedergeschrieben wurde.
Es ist einer dieser fixen Ideen, die einem manchmal durch den Kopf gehen, wenn man über eine neue Inspiration stolpert oder einfach einen besonders bekloppten Einfall hat.
Und manchmal entstehen aus Schnipseln sogar ganze Gesichichten. Vorausgesetzt es ist genügend Zeit zum Schreiben vorhanden.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen. :)

Im Zwielicht der schlecht ausgeleuchteten Halle standen sich die beiden Gestalten regungslos gegenüber. Die langen, wallenden Gewänder der beiden gaben wenig davon preis, um wen oder was es sich bei ihnen drehte, doch sie selbst kannten ihr Gegenüber sehr genau. Seit Jahren wenn nicht sogar Jahrzehnten waren sie erbitterte Erzfeinde und waren noch nie auch nur einen Millimeter gegen den jeweils anderen zurückgewichen.
In der Luft lag ein leises, undeutliches Knistern. Könnte dies ein Vorzeichen für die letzte, epische Konfrontation zwischen den beiden werden?
„Siehst du endlich ein, wie falsch du liegst, und kommst zu uns auf die dunkle Seite?“, flüsterte die schwarz gekleidete der beiden Gestalten mit leicht heiserer Stimme. Die andere schüttelte kaum zu erkennen den Kopf.
„Niemals! Niemals werde ich mich euch anschließen. Eher sterbe ich“, erwiderte die andere Gestalt in dem helleren Gewand.
„Nun gut, dann soll es so sein“, antwortete die schwarze Gestalt trocken und ein klein wenig enttäuscht.
In aller Seelenruhe schob sie einen Teil ihres langen Gewandes zurück und löste ein längliches Objekt vom Gürtel. Weniger als einen Sekundenbruchteil später zuckte eine Klinge aus dunkelrotem Licht aus dem Objekt und gab dem Zwielicht einen leichten, farbigen Schimmer. Unter ihrer Kapuze ließ die schwarze Gestalt einen süffisantes Grinsen aufblitzen und durch ddie neue Lichtquelle wirkten die Falten auf der blassgrauen Haut noch etwas gespenstischer.
Die hellere Gestalt nickte zufrieden und zog ebenfalls ein Objekt vom Gürtel. In beiden Händen halten, drückte die Gestalt einen kleinen Schalter an dem Objekt und summend erschien eine weißlich blaue Klinge aus Licht. Ihr altes Gesicht hinter dem grauen Vollbart sah enttäuscht aus über die Entwicklung der Konfrontation und vielleicht auch ein wenig müde.
Dann von einem Augenblick auf den anderen wechselte die Geschwindigkeit der Szenerie von gelassener wenn auch knisternder Ruhe zu einem schnellen, zuckenden Wirbelsturm aus Licht. Die beiden Kontrahenten stürzten aufeinander zu, schmetterten die Lichtschwerter gegeneinander und wirbelten über Hindernisse hinweg. Manche wurden dabei sogar umgerissen und verteilten ihren Inhalt im ganzen Raum. Keiner der Kontrahenten schien dem anderen wirklich überlegen. Egal wer welches geschickte Manöver startete, der andere setzte einen adäquaten Konter dagegen.
Beide wichen einen Schritt zurück und atmeten durch. Gerade wollten sie erneut aufeinander zustürmen, als eine dritte Person den großen Raum betrat. Im gleichen Augenblick sprangen flackernd die Deckenlampen an und verscheuchten das Zwielicht aus dem Großraumbüro. Mit skeptischem Gesichtsausdruck und einer gehobenen Augenbraue, die selbst Mr. Spock neidisch gemacht hätte, schaute der hinzugekommene Kollege die beiden Kontrahenten an. Beim Anblick der alten Bademäntel, die sie sich als Roben übergeworfen hatten und der demolierten Plastiklineale, die als Lichtschwert-Ersatz hatten herhalten müssen, wäre ihm beinahe der Kaffee aus der Hand geglitten. Ungläubig kopfschüttelnd ging er weiter zu seinem Platz und setzte sich.
„Ihr solltet euch ernsthaft mal bessere Möglichkeiten ausdenken, wie ihr feststellen könnt, wessen Lösung die bessere für den neuste Software ist.“
„Außerdem“, fügte er mit einem Hinweis auf das Chaos der umgeworfenen Monitore, verstreuten Papiere und ramponierten Büropflanzen hinzu, „solltet ihr das aufräumen, bevor der Chef da ist. Eben war er noch damit beschäftigt einen Platz in der Tiefgarage zu suchen.“
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s