Ein Vorratsglas als Display und Transportbehälter

Mit meinem ersten, fertigen Diorama stand ich vor kurzem vor der Herausforderung dieses auch heil durch die Weltgeschichte zu befördern. Solange es noch WIP war, habe ich dafür eine Dekobox aus Metall genutzt, in der sich vor vielen Jahren einmal Underberg-Fläschchen befunden hatten. Für die eigentlich Übergabe und gutes Präsentation des Geschenks musste aber etwas durchsichtiges her und da bin ich auf die Idee gekommen, ein Glas zu nutzen.

Display und Transportbehälter - unmodifiziertes Vorratsglas
Display und Transportbehälter – unmodifiziertes Vorratsglas

In einem Möbelhaus in der Gegend (nein, kein schwedisches, aber die dürften so etwas auch im Programm haben ;) ) bin ich dann über diese Exemplar gestolpert. Es erfüllte ziemlich genau die Kombination aus schlicht und „elegant“, die ich gesucht hatte, und war mit etwa vier Euro auch nicht zu teuer.

Display und Transportbehälter - erste Stellprobe
Display und Transportbehälter – erste Stellprobe

Die erste Stellprobe zeigte allerdings – spätestens durch speziell qualifiziertes, weibliches Feedback zweier Kolleginnen ;P – , dass die Figur besser darin präsentiert werden könnte. Sie musste einfach etwas angehoben werden. Also habe ich mich direkt an die Arbeit gemacht. Schließlich war die Zeit auch etwas knapp. Zweieinhalb Tage später musste alles fertig sein.

1) Boden kaschieren

Display und Transportbehälter - 1) Boden kaschieren
Display und Transportbehälter – 1) Boden kaschieren

Als erstes musste der Untergrund des Deckel modifiziert werden. Dieser war nämlich leicht transparent und da ich im nächsten Schritt Styrodur für das Grundvolumen verwenden wollte, hätte man diesen dann hindurch sehen können. Dafür habe ich die Plastikoberfläche kurz mit einem feinen Schmirgelpapier angeschliffen und dann schlicht mit zwei Schichten schwarzer Acrylfarbe bestrichen.

2) Volumen aufbauen

Display und Transportbehälter - 2) Volumen aufbauen
Display und Transportbehälter – 2) Volumen aufbauen

Nun also etwas Styrodurrest (oder alternatives, aufgeschäumtes Zeug) hergesucht und in Form geschnitten.

Display und Transportbehälter - 2) Volumen aufbauen
Display und Transportbehälter – 2) Volumen aufbauen

Gleichzeitig habe ich auf der Oberseite auch eine Aussparung ausgehoben, in der später der Sockel des Dioramas Platz finden sollte. Für beides – Sockel und Aussparung – gilt: Lieber etwas mehr Spiel einplanen, als zu wenig. In den folgenden Schritten lässt sich das alles noch ausgleichen. Ich habe zum Beispiel die Aussparung später noch etwas vergrößert und sie war am Ende trotzdem fast zu klein. ;) Falls man sie arg zu groß gestaltet, kann man später zB noch mit Magneten für ausreichend Halt sorgen.

Display und Transportbehälter - 2) Volumen aufbauen
Display und Transportbehälter – 2) Volumen aufbauen

Nun also den Schaumblock festkleben. Aber Moment, was hat sich da denn versteckt?

Display und Transportbehälter - wichtiges, kleines Details
Display und Transportbehälter – wichtiges, kleines Details

Bei diesem Glas (und sicher auch bei vielen andere, die eine Art Steckverschluss mit Dichtung verwenden) gibt es zwei kleine Löcher, die für den Druckausgleich beim Aufstecken udn Abziehen der Glas vom Deckel bzw andersherum sorgen. Die dürfen natürlich nicht zugekleistert werden.

Display und Transportbehälter - Improvisierte Lösung
Display und Transportbehälter – Improvisierte Lösung

Aber man hat doch gelernt zu improvisieren. ;) Schnell ein Stück Strohhalm geschnappt, in dieses unten eine kleine Aussparung geschnitten und zack: dran geklebt. Dann kann es auch mit dem XPS weitergehen.

Display und Transportbehälter - 2) Volumen aufbauen
Display und Transportbehälter – 2) Volumen aufbauen

Erst einmal muss das Konstrukt jetzt eine Weile trocknen, damit es eine gewisse Grundfestigkeit erhält. Soll ja auch alles an Ort und Stelle bleiben.

3) Hartschale

Styrodur hat zwar den netten Vorteil, dass es sehr leicht für sein Volumen ist (fester Schaum eben), aber es nicht unbedingt robust. Dagegen kann man ihm aber ja einen „Panzer“ verleihen. ;)

Display und Transportbehälter - 3) Hartschale
Display und Transportbehälter – 3) Hartschale

Als erstes habe ich jedoch den Raum zwischen Schaum und Plastik gefüllt. Dafür habe ich einfach meine gängige Basingpaste aus Leim und Sand und so genutzt. Mag komisch klingen, aber was muss das Zeug erfüllen? Kleben, fest werden, Volumen überbrücken und das XPS in Position halten. Das bekomtm es auf jeden Fall hin und ist auch noch spot billig dabei. ;)

Display und Transportbehälter - 3) Hartschale
Display und Transportbehälter – 3) Hartschale

Dann kam die Modelliermasse ins Spiel. Ich habe hier auf eine etwa 2:1-Mischung aus Magic Sculpt und Green Stuff gesetzt. Diese Kombination vereint einen Großteil wenn nicht sogar alle Vorteile der beiden einzelnen Massen. Für mich war hier wichtig, dass sie sich gut verteilen lässt (check), relativ schnell aushärtet (check) und ausreichend fest wird, damit ich sie später noch weiter bearbeiten kann (check).

Display und Transportbehälter - 3) Hartschale
Display und Transportbehälter – 3) Hartschale

Zuerst habe ich nur die grobe Form des zukünftigen Sockels und der Aussparung geformt. Warum ich da Frischhaltefolie draufgepackt habe? Naja, damit ich sicherstellen kann, dass ich den Holzsockel hinterher wieder ohne Schaden abkriege und dieser sicherstellen kann, dass er auch ausreichend Platz hat. ;) Alufolie ginge übrigens auch als Trennschicht, aber Frischhaltefolie lässt sich in diesem Fall besser anwenden.

Display und Transportbehälter - 3) Hartschale
Display und Transportbehälter – 3) Hartschale

Ergebnis ist zwar keine perfest Oberfläche (im Sockelinneren), aber das war auch  nicht zwingend das Ziel. Außerdem sieht man da später nix mehr von. ;)

Display und Transportbehälter - 3) Hartschale
Display und Transportbehälter – 3) Hartschale

Was folgt, ist die Feinarbeit. Ich habe eine weitere Schicht Modelliermasse aufgetragen und im Inneren etwas verflüssigtes Putty verteilt. Das lässt sich dann nochmal vorsichtig überschleifen und die Oberfläche kann dadurch geglättet werden. Wenn nach diesen Schritt noch irgendwo etwas übersteht, kein Problem. Mit Messer und Schleifpapier lässt sich das später noch alles kompensieren.

Display und Transportbehälter - 3) Hartschale
Display und Transportbehälter – 3) Hartschale

Dafür habe ich vorher allerdings den äußeren Plastikrand mit etwas Malerkrepp übergeklebt. Schließlich soll das blanke, glänzende Plastik möglichst wenig Macken erhalten. Dann geht es darum sich mit einem scharfen Messer und Schmirgelpapier in unterschiedlichen Körnungen zum Endergebnis vorzuarbeiten. Die Modelliermaßße bildete zwar einen schönen, harten Mantel, doch da sie nicht übermäßig dick geworden war, habe ich dann am Ende ein paar wenige Unebenheiten stehen lassen. Mit mehr Zeit hätte ich wohl auch die noch rausgearbeitet, aber spätestens beim Außenrand muss man Abstriche machen. Ich wüsste zumindest nicht, wie ich einen perfekt rudenen Rand scheifen soll. ^^

4) Abschluss

Display und Transportbehälter - 4) Abschluss
Display und Transportbehälter – 4) Abschluss

Was danach folgt ist simpel: grundieren, anmalen, lackieren. Und es empfielt sich das Klebeband noch dranzulassen, bis man wenigstens zur Lackierung vorgedrungen ist. ;) Ich habe mich hier für Glanzlack entschieden, weil der ein schönes, robustes Finish gibt.

Display und Transportbehälter - Ergebnis
Display und Transportbehälter – Ergebnis

Mit dieser relativ einfachen Bastelei schaut die Präsentation der Figur im Glas nun gleich noch etwas besser aus und wurde auch von den „externen Beraterinnen“ abgesegnet. ;) Achja…

Display und Transportbehälter - alternative Glasidee
Display und Transportbehälter – alternative Glasidee

…statt einem extra gekauften Vorratsglas kann auch durchaus ein recyceltes den Zweck erfüllen. Hier ein 800g Nutellaglas (Ja, Waage, hör endlich auf zu seufzen… Ja, du auch, französische Umweltministerin oder was dein Posten nochmal war… ;P). Man kann dabei aber auch Pech mit der Glasqualität haben oder es befinden sich kleinen Stempel oder so darin. Trotzdem ist es aus meiner Sicht einen Blick wert, denn gerade Formen wie bei diesem Nutellaglass sorgt durch seine Breite für eine nette Präsentationsmöglichkeit. Man sollte allerdings den Deckelüberarbeiten, wie ich es in dem obigen Beispiel gemacht habe. Der wurde einfach mit Milliput verkleidet, geschliffen und bemalt. Also gans ähnlich, wie in dem hier gezeigten Fall des Sockels. ;) So, genug erstmal. Hoffe es hat euch ein paar neue Ideen geliefert …oder mich nur endgültig für bekloppt erklärt. :D Gruß Peter

Advertisements

2 Kommentare zu “Ein Vorratsglas als Display und Transportbehälter”

  1. Super Praesentationsidee. Schaut professionell aus und schuetzt die Figur auch entsprechend. Mag auch ne Idee sein ein Plastikbehaeltnis zu benutzen um Gewicht zu sparen bzw. Scherben vorzubeugen. Beim ersten Glas koenntest du fast noch ne weitere Ebene ueber der Figur gestalten. Wie waere es mit frei schwebenden Wolken?

    1. Das Glas ist ja zum Glück nicht übermäßig fragil. Ein wenig hält das ja auch aus, aber ja: klares Plastik wäre eine nette Alterantiv. Glas dürfte ansonsten aber pflegeleichter sein.

      „Himmelebene“ oder auch ein szenischer Hintergrund (ausgedrucktes Bild oder so) wären auf jeden Fall schick. Fressen aber auch Zeit. ;)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s