Ein Gargoyle für den Dunklen Ritter

„Do you know who I am, punk?“
Return of the Dark Knight

Als ich die Frank Miller Version von Knight Models Batman das erste Mal gesehen habe, habe ich mich sprichwörtlich in sie verliebt. Die musste ich einfach haben, um irgendein kleines Kunstwerk aus ihr zu erschaffen.
Doch was ist der Dunkle Ritter ohne eine entsprechende Szenerie? Und was fällt einem ein, wenn man in diesem Zusammenhang an der Welt größten Detektiv denkt? Die Dächer Gotham Citys! :)

Ich habe mich daher eine Weile umgeschaut, was es dafür an möglichen Basingmaterial gibt. Was ich im Sinne hatte, war etwas in Richtung eines Gargoyle, doch richtig fündig geworden bin nicht.
Was macht der gewiefte Bastler da? Genau, selber bauen. :D

1) Am Anfang war der Fels

Ein Gargyole für den Dunklen Ritter - 1) Am Anfang war der Fels
Ein Gargyole für den Dunklen Ritter – 1) Am Anfang war der Fels

oder viel mehr ein kleiner Block aus Gips.

Ein Gargyole für den Dunklen Ritter - 1) Am Anfang war der Fels
Ein Gargyole für den Dunklen Ritter – 1) Am Anfang war der Fels

Um diesen zu gießen habe ich mir einfach eine kleine, improvisierte Form mit den grob abgeschätzten Ausmaßen gebaut. Die muss keineswegs besonders fancy sein und auch nicht ewig halten. „Funktional“ ist das Stichwort.

Den Gips habe ich entsprechend dick angerührt, damit er ausreichend hart wird. Mit zu viel Wasser wird er nämlich sehr brüchig und bleibt fast weich. Wobei das für die weitere Bearbeitung aber auch durchaus seine Vorteile haben kann. :)

Warum nicht modellieren?

Ich muss dazu sagen, dass dies nicht der erste Versuch war. Vorher hatte ich schon versucht einen Garoyle zu modellieren, doch das wollte einfach nicht funktionieren und ich habe früh wieder aufgegeben.
Scheinbar schlägt in meiner Brust eher das Herz einer Bildhauers, denn das eines Modellierers. ^^ Falls ja, kann ich damit durchaus leben und überlasse das Modellieren lieber anderen. :)

2) Skizze und ran ans Werkzeug

Ein Gargyole für den Dunklen Ritter - 2) Skizze und ran ans Werkzeug
Ein Gargyole für den Dunklen Ritter – 2) Skizze und ran ans Werkzeug

Es ging also darum aus diesem kleinen Gipsblock einen Wasserspeier (oder ähnliches) zu schnitzen.
Die Skizze war schnell gemacht und wurde an den Figuren hoch oben am Chrysler Building in New York City angelehnt. Glücklicherweise gibt es da jede Menge Bildmaterial bei Tante Google.

Ein Gargyole für den Dunklen Ritter - 2) Skizze und ran ans Werkzeug
Ein Gargyole für den Dunklen Ritter – 2) Skizze und ran ans Werkzeug

Im weiteren Verlauf hatte ich mir auch noch eine Pappschablone für beide Seiten der Figur erstellt, doch im Endeffekt habe ich sie nicht genutzt. Ab einem gewissen Punkt hat sie sich im Grunde selbst geschnitzt. ;)

Ein Gargyole für den Dunklen Ritter - 2) Skizze und ran ans Werkzeug
Ein Gargyole für den Dunklen Ritter – 2) Skizze und ran ans Werkzeug

Bis zu diesem Punkt musste ich aber auch erst einmal kommen, also habe ich verschiedene Werkzeuge ausprobiert.

Den gröbsten Zuschnitt konnte ich mit einer feinen Säge erledigen. Der Dremel-Verschnitt hat sich – zumindest mit den vorrätigen Aufsätzen – hauptsächlich als Produzent und Verteiler von Gipsstaub herausgestellt. Auch Feilen halfen nur eingeschränkt.
Daher war es am Ende das gute, alte Bastelmesser, mit dem ich mit Schritt für Schritt vorangetastet habe. Dauert etwas, aber universeller geht’s kaum.

Ein Gargyole für den Dunklen Ritter - 2) Skizze und ran ans Werkzeug
Ein Gargyole für den Dunklen Ritter – 2) Skizze und ran ans Werkzeug

Nach dem 2D-Zuschnitt folgten bald die 3D-Arbeiten und der Kopf wurde verschmälert. Wenig später konnte ich anfangen die ersten Details auszuarbeiten, bis sich nach und nach abzeichnete, wo es langfristig hingehen würde.

Ich habe immer darauf geachtet eher zu wenig Material zu entfernen, als zu viel, denn wieder dranpappen wird bei dieser Vorgehensweise etwas schwierig. Nicht unmöglich, aber schwierig. Halt ein klarer Unterschied zwischen der wegnehmenden und der hinzufügenden Methode.

Ein Gargyole für den Dunklen Ritter - 2) Skizze und ran ans Werkzeug
Ein Gargyole für den Dunklen Ritter – 2) Skizze und ran ans Werkzeug

So habe ich mich vorsichtig an das Endergebnis herangetastet. Rechts den unteren Bereich habe ich bewusst unbearbeitet gelassen, da schon so gut wie festlag, dass dort später im Rahmen des Base-Bau noch wesentlich mehr Material drankommt. Ähnlich wie bei der Vorlage.
An andere Stellen habe ich mich hingegen dazu entschieden von der Vorlage abzuweichen. Bei einigen Spalten zB, denn mein Adler sollte eher aus Stein sein, als aus verchromtem Metall wie das Vorbild.

Ganz am Ende gab es noch ein paar vorsichtige Schleifarbeiten mit 400er Schleifpapier.

3) Abschlussarbeiten und Vervielfältigung

Der Master war also erstellt, doch auch dick angemischter Gips bleibt weiterhin nicht übermäßig robust. Da gibt es reichlich bessere Alternativen. Keramikpulver zum Beispiel.
Um das verwenden zu können muss aber erst einmal Abguss her. :)

Bevor es damit losgehen konnte, bekam der Master-Adler aber erstmal noch zwei Schichten aus verdünntem Holzlein. Macht in geschmeidiger und robuster.

Ein Gargyole für den Dunklen Ritter - 3) Abschlussarbeiten und Vervielfätigung
Ein Gargyole für den Dunklen Ritter – 3) Abschlussarbeiten und Vervielfätigung

Fürs Abgießen wollte ich eine Vorgehensweise ausprobieren, die ich bei „Poom“ auf Tabletopwelt.de entdeckt habe, und habe deshalb einen einfachen Pappbecher von seinem Boden befreit. Diesen habe ich dann mit Knetmasse kopfüber auf meiner Bastelunterlage befestigt und den Master mittig platziert.

Lasst es mich so ausdrücken, es hat funktioniert, aber es wäre auch beinahe eine riesen Sauerei geworden. ^^
Die Knete war nämlich nicht klebrig genug, um die Form dicht zu halten und dann fing irgendwann das Silikon an, unten herauszuquellen. Durch Beschweren des Bechers von oben konnte ich aber improvisieren und musste nur noch etwas nachträgliches SIlikon anrühren. Vielleicht das nächste mal doch wieder auf das Billigsilikon zurückgreifen? ^^

Ein Gargyole für den Dunklen Ritter - 3) Abschlussarbeiten und Vervielfätigung
Ein Gargyole für den Dunklen Ritter – 3) Abschlussarbeiten und Vervielfätigung

OK, die Form ist im Verhältnis zum Werkstück etwas dickwandig geworden, aber das war ein einkalkulierter Nachteil des verwendeten Bechers.

Um den Master (und spätere Kopien) wieder herauszubekommen, musste ich die Form auf einer Seite (Unterseite des Werkstücks wegen der Biegung des Schnabels) etwas einschneiden.
Macht aber beim Abformen keine Probleme, wenn man sie nicht extra provoziert. Die dicke Silikonschicht dichtet sich sozusagen selbst ab. ;)

Ein Gargyole für den Dunklen Ritter - 3) Abschlussarbeiten und Vervielfätigung
Ein Gargyole für den Dunklen Ritter – 3) Abschlussarbeiten und Vervielfätigung

Auch die Kopie (obere) kann sich sehen lassen. Die kleinen Luftblasen, die sich in der Keramikmasse gebildet haben (haben nicht mit der Silikonform zu tun), lagen günstig, um sie zu füllen oder ans Schaden am Stein zu kaschieren.

Nun stellt also dem Diorama nicht mehr viel im Weg.
Mr Wayne hat sich sogar schon zu einer kleinen Stellprobe bereit erklärt. :)

Ein Gargyole für den Dunklen Ritter - Stellprobe fürs Diorama
Ein Gargyole für den Dunklen Ritter – Stellprobe fürs Diorama

OK, da bleibt noch diese „kleine“ Sache mit dem zu kurzen Seil. Aber dafür find eich auch noch eine Lösung. :D

Schönen Abend noch.

Gruß
Peter

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7 Kommentare zu “Ein Gargoyle für den Dunklen Ritter”

    1. Danke. Ich auch.
      Hauptproblem wird erstmal wie so oft sein, wann ich die Zeit zum Weitermachen finde. Wenigstens der Basebau hat gute Chancen an diesem Wochenende.

    1. Freut mich. Gerne.
      Wenn du hier im Blog irgendwas entdeckst, was nicht so firekt oder eventuell gar nicht beschrieben ist, sag einfach Bescheid und ich versuche ein Tutorial dafür zu machen. :)

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