Tutorial – Chaos-Bases schnell & einfach

Willkommen zu meinem neusten und doch nicht ganz so neuen Tutorial?

Hä, was labert der denn jetzt schon wieder für nen Müll?
Nun, dieses Tutorial ist bereits vor einigen Tagen bei Magabotato erschienen, wo ich in Zukunft hin und wieder als Gastautor im Blog auftreten werde.
Eigentlich hatte ich mal überlegt, aus dieser Info einen ganz eigenen Artikel zu machen, aber dann habe ich das irgendwie erfolgreich verdrängt. ;) Von daher nur diese Kurze Info hier.
Nun aber direkt ins eigentliche Geschehen.

————————————————————————————-

Der Titel beschreibt eigentlich schon sehr gut, worum es in diesem, kleinen Tutorial gehen soll. Ich will nicht behaupten, dass die hier gezeigte Methode, die einzige oder gar die beste wäre, aber denen, die bleiben und weiterlesen möchten, will ich gerne eine schnelle, einfache Methode zeigen, wie man aus Materialresten und simplen Komponenten, schicke chaosartige Bases zaubern kann.

Ziel ist es am Ende eine Base zu haben, die – passend zum Chaos – eher ungeordnet und unfreundliche aussieht und unter anderen Umständen auch gut als »gefährliches Gelände« durchgehen würde.
Also spitz, stachelig und gemein. ;)

Während des Schreibens habe ich leider gemerkt, dass hier und da ein weiteres Foto zu Zwischenschritten gut gewesen werden, aber da ich den ganzen Basebau bereits vor ein paar Tagen abgeschlossen habe, blieb mir leider nichts übrig, als mit den vorhandenen Bildern zu arbeiten.
Falls hier und da etwas unklar sein sollte:
1. Text lesen. Ist ja kein Comic. ;P
2. einfach nachfragen

Was wird benötigt?

Die Zutatenliste ist denkbar simpel:

  • Holzleim
  • Basingpaste/pampe oder Spachtelmasse oder ähnliches (gehe ich weiter unten noch im Details drauf ein)
  • Schaschlikspieße (oder Zahnstocher, wenn es etwas kleiner sein soll)
  • Reste von Gips oder anderen Gieß- bzw Modelliermassen
    ein bzw zwei Bastelmesser. Eines davon mit einer stabilen, starren und eher stumpfen Klinge. Skalpell oder Teppichmesser (Cutter) dürften eher untauglich sein.
  • ggf eine Zange

Schritt 1 – Vorbereitung & Planung

Schritt 1 – Vorbereitung & Planung – Base-Slot verschließen
Schritt 1 – Vorbereitung & Planung – Base-Slot verschließen

Als erstes müssen die Materialien vorbereitet werden.
Wenn wie in meinem Beispiel eine Base mit Schlitz verwendet wird (hier 30mm Durchmesser mit abgerundetem Rand), sollte zunächst einmal besagte Öffnung verschlossen werden. Dafür ist jetzt nichts weltbewegendes notwendig. Es reicht, wenn man ein Stückchen Schaschlikspieß (passt vom Durchmesser fast ab Werk) eingeklebt wird. Wer es noch einfacher haben will, kann auch eben einen Fetzen simples Papier oder Pappe aufkleben.

Schritt 1 – Vorbereitung & Planung – Bruchstücke aussuchen
Schritt 1 – Vorbereitung & Planung – Bruchstücke aussuchen

Neben der Base selbst muss auch noch das vorbereitet werden, was oben drauf soll. Das sind neben angespitzten Stückchen von einem Schaschlikspieß oder ein paar Zahnstochern (erstere sind unverbaut auf einem Bild weiter unten noch zu sehen), eben auch Bruchstücke unterschiedlicher Art.

Was für Bruchstücke fragt ihr?
Nun ja, ich bin, wie vielleicht so mancher anderer Hobbyist auch, ein kleiner Horter. Also wann immer ich an irgendetwas herumbastele, tendiere ich dazu die Reste jener Bastelei aufzuheben. Weil die könnte man ja vielleicht noch für irgendwas gebrauchen.

Wenn also mal irgendwo Gips oder andere Gießmasse (Ja, Michael, Stewalin kaufe ich, sobald der aktuelle Gipsvorrat aufgebraucht ist ;P ) oder auch etwas Modelliermasse übrig bleibt, lohnt es sich diese aufzuheben.
Im Fall von Gips bedeutet das zum Beispiel, dass ich mir ein Stück Alufolie oder Frischhaltefolie oder so und eine fest Unterlage schnappe, den Gips als einen groben Pfannkuchen darauf verteile und in Ruhe aushärten lassen. Sobald er dann Hart ist, wird er ggf in handlichere Stück gebrochen und kommt in die Sammelbox.
Mit anderen Ausgangsmaterialien sollte das genauso funktionieren.

ACHTUNG: Wenn der Gips zu »dünn« angemischt wurde (und das könnte auch für andere Gießmassen gelten), ist er zu porös und untauglich. Merkt man aber am ausgehärteten Material, wenn es kreidig ist und selbst bei leichter Berührung schon bröselt. Dann in die Tonne damit.
Ich mische meinen Gips daher gerne etwas dicker an. Dann hält er auch etwas mehr aus.

Schritt 1 – Vorbereitung & Planung – Sitzprobe
Schritt 1 – Vorbereitung & Planung – Sitzprobe

OK, zurück zum Aussuchen der Bruchstücke.
Ich habe immer so ein grobes Bild im Kopf, wie die Base aussehen soll, und picke mir entsprechen Stücke aus meiner Sammlung. Wenn etwas nur so ungefähr passt oder etwas zu groß ist oder nicht kantig genug oder oder oder… dann kann man entweder nur mit der Hand oder – vor allem, wenn das Zeug etwas härter ist – mit einer Zange das Gipsstück zurecht brechen. In einige Fällen muss man auch ein Messer zur Hand das gewählte Stück in Form bringen.

Das gilt vor allem für die Unterseite, denn wenn die zukünftigen Felsstacheln auch schon nach oben zeigen sollen, müssen sie etwas angeschrägt werden.

Aus zwei Gründen empfiehlt sich hierfür ein Bastelmesser mit einer eher stumpfen Klinge:

  1. Die Klinge ist dafür nicht gedacht und es wäre schade eine gute, neue Klinge mit der Aktion unnötig stumpf zu machen. Da es sich eher um ein Kratzen und ein Brechen geht als ums Schneiden, muss sie eh nicht scharf sein.
  2. Mit einer wirklich stumpfen Klinge schneidet man sich nicht.
    Also wirklich, wirklich stumpf. Nicht »unscharf«. ;P

Schritt 2 – Schaffe, schaffe, Basle baue

Schritt 2 – Schaffe, schaffe, Basle baue – Bruchstücke aufkleben
Schritt 2 – Schaffe, schaffe, Basle baue – Bruchstücke aufkleben

Da jetzt alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann es mit dem eigentlich Bau der Base losgehen. Die meisten Bestandteile habe ich mit Holzleim bzw Basingpaste angeklebt, aber da das große Haupt-Gipsstück recht kopflastig war, war es einfacher diese erst einmal mit einem großen Tropfen Sekundenkleber zu fixieren.
Holzleim wäre auch gegangen, aber ich hatte einfach keinen Bock zu warten.

Die Basingpaste (oder eher Pampe), die ich verwende, ist eine Mischung aus Holzleim, Vogelsand, ggf etwas Wasser und Plastiform.
Plastiform ist im Grunde eine papierbasierte »Modelliermasse«, die mit Wasser angerührt wird und dann geformt werden kann. Im Grunde ist es nichts anderes als fein zerriebene Papierfasern. Bin sogar am Überlegen, ob ich die nicht demnächst mal selbst aus alten Zeitungen schreddern kann. So als würde man Pappmaché machen.

Ich verwende sie nur, um der Mischung aus Leim und Sand etwas mehr Volumen zu geben und dafür zu sorgen, dass es besser die Form hält, die ich der Masse gegeben habe. Alternativ kann man sicherlich auch verschiedene Spachtelmassen nutzen. Hauptsache sie trocknen gut, auch wenn man sie mal etwas dicker aufträgt, und haben genügend Klebekraft. Nicht dass hinterher alles wieder auseinanderfällt. ;)

Schritt 2 – Schaffe, schaffe, Basle baue – Mehr Bruchstücke aufkleben
Schritt 2 – Schaffe, schaffe, Basle baue – Mehr Bruchstücke aufkleben

Am besten man fängt mit einer dünnen Schichte der gewählten Basingmasse als Grundlage an, in welche man dann die ersten Gipsstücke hineindrückt, bis sie von selbst halten. Sollten sie zumindest.
Darauf kommt dann noch mehr Basingmasse und, je nachdem auf wie viele Schichten man es abgesehen hat, noch mehr Bruchstücke und noch mehr Basingmasse.
Es kann sich auch lohnen das eine oder andere, kleine Gipsstück ganz in der Masse zu versenken, wenn mehr Volumen gewünscht ist. Wird dann einfach stabiler.

Was ihr auf keinen Fall vergessen solltet, ist zum Rand der Base hin immer etwas Platz zwischen den Gipsstücken zu lassen. Da muss auch ausreichend Basingmasse verteilt werden, sonst klappt der nächste Arbeitsschritt nicht gescheit.

Schritt 3 – Vorsicht bissig!

Schritt 3 – Vorsichtig bissig! - Spieße anbringen
Schritt 3 – Vorsichtig bissig! – Spieße anbringen

Zu guter Letzt kommt der Schaschlikspieß an die Reihe. Aus diesem habe ich (mit einer scharfen Klinge ;) ) spitze Stück von 1,5 bis 2cm Länge geschnitzt. Sie werden einfach nach Belieben mit dem stumpfen Ende voran in die Basingmasse gedrückt.
Sollte die Masse nicht fest genug sein (bei Varianten mit Leim kann das durchaus vorkommen), einfach warten, bis die Masse etwas angezogen hat und den Holzspieß dann besser stützt.
Es kann auch notwendig werden, nachdem das Spießstück platziert wurde, dass man noch etwas mehr Basingmasse rund um den Holzspieß verteilen muss. Manchmal sieht es einfach zu eindrückt und »unnatürlich« aus. ;)

So, das ist so einer der eingangs erwähnten Punkte, wo ich vergessen habe, ein Fotos zu machen. Tja, dann gehe ich halt direkt zu dem Endergebnis über.

Endergebnis mit Bisotaur-Schamane (Godslayer, Banebrood)
Endergebnis mit Bisotaur-Schamane (Godslayer, Banebrood)

Diese Base habe ich für eine meiner Banebrood-Figuren für Godslayer gebaut. Die Figur hat in jedem Huf einen einfachen Drahtstift und wurde von mir auf die Base gesetzt, als die Leim-Sand-Plastiform-Pampe noch immer weich war. So musste ich für den einen Stift nicht einmal ein Loch bohren und kommt einen guten, spaltfreien Übergang zwischen Figur und Base schaffen.

Bonusrunde - Endergebnis mit Bisotaur-Schamane (Godslayer, Banebrood)
Bonusrunde – Endergebnis mit Bisotaur-Schamane (Godslayer, Banebrood)

Und da die Urfassung dieses Tutorials doch schon etwas zurückliegt, kann ich hier in meinem Blog sogar mit einem kleinen Bonus dienen (siehe oben), denn zumindest die Base ist mittlerweile bemalt vorhanden.

Somit sind wir dann am Ende angekommen.
Und das soll jetzt schnell und einfach gewesen sein?
Ja, es gab auch einiges zu erklären, aber ich kann es jedem einfach nur empfehlen, diese Art von Base einfach mal auszuprobieren. Denn effektiv sind sie, etwas Vorbereitung vorausgesetzt auch in größerer Stückzahl wirklich schnell gebaut.

Falls ihr Fragen habt, einfach heraus damit. Feedback – vor allem Konstruktives – ist immer gerne willkommen. Ich bin immer an neuen Ideen interessiert.
Andere Varianten dieser Base habe ich bereits vor einer ganzen Weile schon mal für andere Figuren meiner Banebrood gebaut. Bilder von ihnen sind hier zu finden.

Bis bald.
Gruß
Peter

Advertisements

4 Kommentare zu “Tutorial – Chaos-Bases schnell & einfach”

  1. Wie gewohnt ein tolles und ausführliches Tutorial. ich finde das endresult kann sich sehen lassen und passt hervorragend zu eher chaotisch geneigten Bösewichten. Ich finde es ebenfals gut, dass du keine Schädel integriert hast. Bei Kaufbasen ist mir das immer etwas „too much“.

    1. Danke dir.

      Ja, Schädel sollten aus meiner Sicht aus mit Maß eingesetzt werden und sind trotz des Chaos-Themas nicht zwingend notwendig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s