Brettspielabend I

Heute Abend mal ein bisschen was anderes.
Am vergangenen Wochenende hat sich mal wieder meine alte Spieletruppe zusammengefunden und auch wenn Ms. A. sich strickt geweigert hat D&D spielen zu wollen (leichte Uminterpretation der Redaktion ;P ), haben wir trotzdem einen lustigen Tag gehabt.
Da dachte ich mir, daraus kann ich doch eventuell eine neue kleine Serie machen und in ein paar schnellen Worten berichten, was wir gespielt haben und wie mein Eindruck davon war.

A Games of Thrones – Hand of the King

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Quelle:  Fantasy Flight Games

Worum geht es?

Zwei bis vier Spieler ringen um den Titel der neuen Hand des Königs und müssen dafür Einflusspunkte in den großen Häusern von Westeros sammeln. Wer am Ende die meisten Häuser für sich gewinnen konnte, erringt den Titel.
Die 35 Hauptcharaktere und Varis die Spinne werden gemischt und als sechs mal sechs Karten-Feld auf dem Tisch verteilt. Reium wird dann Varis auf den Geraden des Feldes bewegt, um so Mitglieder der Häuser einzusammeln und ggf einen der begleitenden Charaktere und somit einen Sondereffekt freizuspielen. Hier kommt dann auch etwas die Hintergrundgeschichte des Szenarios zum Tragen, wenn zB Khal Drogo seine Daenerys zu sich holt oder Gendry als ein Baratheon zählt.

Hersteller/Vertrieb: Fantasy Flight Games

Mein Eindruck?

Nettes, kleines Spiel. Für den Einstig in den Abend und als neues Spiel vielleicht etwas holprig, aber man merkt, dass das Spiel durchaus etwas Potential für Taktik und auch ein wenig Intrige hat. Ganz passend zum Meta eben. ;)
Preislich ist der Spiel in Ordnung und viel Platz benötigt es auch nicht. Da kann man also nicht viel falsch machen.

Karnivore Koala

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Quelle: Voodoo Games

Worum geht es?

Die Koalas haben allen Eukalyptus auf der Welt gefressen (oder warum auch immer er noch einmal fort ist) und müssen sich in dieser posteukalyptischen Welt nun nach neuen Nahrungsquellen für sich und vor allem für ihren Häuptling umsehen. Zum Glück gibt es lauter leckere, mutierte Tiere auf der Welt.

Jeder Spieler startet mit einem Häuptling und drei Handkarten und beginnt seinen eigenen, kleinen Koala-Stamm aufzubauen. Dabei muss nicht nur darauf geachtet werden, die passenden Arbeiter und Jäger für eine erfolgreiche Jagd zu ergattern, sondern auch diese so gut es geht vor den gefräßigen Koalas der Nachbarstämme zu schützen.
Am Anfang jeder Runde wirft man fünf Spezialwürfel, deren Symbole genutzt werden können, um die Fähigkeiten der Koalas zu aktivieren. Manchmal fallen aber auch die fiesen Totenkopfsymbole und wenn man keine andere Möglichkeit hat, diese zu neutralisieren, dann muss eben auch mal ein knudelliges Pelztier über die Klinge springen. ;)

Hersteller/Vertrieb: Voodoo Games

Mein Eindruck?

Schon alleine die Artworks und der Wortwitz (letzterer zumidnest, wenn man dem Englischen ein wenig mächtig ist) machen das Spiel zu einem amüsanten Erlebnis, aber auch die Spielmechanik macht Freude.
Sicher, hat keinen wer weiß wie taktischen Tiefgang (oder er sit mir entgangen, was auch vollkommen möglich ist), aber es macht einfach Spaß. Eine angenehme, entspannte Abendunterhaltung wie Popcorn-Kino… nur ohne die verdummende Hirnschmelze dabei. ;P (zur Verteidigung sollte erwähnt werden, dass ich mich an Ostern „gezwungen“ habe Transformers 4 zu schauen……….).

Und auch dieses Spiel gewinnt zusätzliche Pluspunkte beim preis- und platzbewussten Spieler. Außerdem kann man Karnivore Koala mit bis zu sechs Personen spielen, was nicht immer gegeben ist und die Spieleauswahl bei großen Runden schnell einmal beschränken kann.

Dungeon Fighter

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Quelle: Cranio Creations

Worum geht es?

Bis zu sechs Helden mit etwas verrückten Fähigkeiten betreten einen Dungeon und sehen sich nicht ganz gewöhnlichen Gegnern gegenüber:
Also ein recht klassischer Dungeon-Crawler, oder?
Weit gefehlt, denn der wahre Trick liegt darin, dass man den Schaden auf einer Zielscheibe aus Pappe erwürfeln muss. Wenn man aber zu stark oder zu schwach wirft und der Würfel nicht auf der Scheibe landet, dann hat das gegnerische Monster getroffen.

Damit aber noch immer nicht genug.
Manche Gegner können nur besiegt werden, wenn man auf ungewöhnliche Weise würfelt. Zum Beispiel indem man den Würfeln von der Nasenspitze auf den Tisch fallen lässt. Gleiches gilt für besondere Waffen, denn das <hier bekloppter Name einsetzen>-Blasrohr gewährt seinen Bonusschaden nur, wenn man den Würfel von der Hand auf das Spielfeld pustet.

Hersteller/Vertrieb: Heidelberger Spieleverlag

Mein Eindruck?

Ja, im ersten Moment fragt man sich: Verdammt, wo ist der Alkohol und warum bin ich noch nüchtern; zumindest mir ging es so.
Nach einer Weile und wenn man vielleicht nicht unbedingt die zwanghaft lustigsten Gegner- und Umgebungsmodifkatoren erwischt hat, macht das Spiel doch Spaß. Es ist sicher nicht für jedermann, aber meiner Meinung ein Titel, in den man mal als interessante Alternative investieren kann.
Außerdem ist es wieder ein Sechs-Spieler-Spiel.

Flash Point – Flammendes Inferno

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Quelle: Indie Boards and Cards

Worum geht es?

Ein Haus brennt und die Rettungskräfte eilen zur Stelle, um den Brand zu bekämpfen und eventuell eingeschlossene Personen und Tiere zu retten.
Jeder Spieler erhält die Rolle eines Spezialisten mit entsprechenden Sonderfähigkeiten. Außerdem gibt es eine ganze Liste an Standardaktionen, die man mit seinen Aktionspunkten ausführen kann. Als allererstes wird aber ausgewürfelt, wo das Haus denn gerade so brennt und wo sich überall „Gefahrenstoffe“ befinden.

Hersteller/Vertrieb: Indie Boards & Cards / Heidelberger Spieleverlag

Mein Eindruck?

Amerikaner bauen sehr instabile Häuser und lagern viel zu viele Gefahrenstoffe darin. Oder sie mögen einfach Explosionen.
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Achso, zum Spiel soll ich auch noch etwas schreiben?
Nun ja, es war ganz nett, aber den Hype um dieses Spiel kann ich nicht so richtig verstehen. Ja, es ist kein einfaches Spiel (ich meine, wir haben auch nicht den einfachsten Modus gespielt, weil meine Mitspieler es schon kannten), aber für mich basiert es zu sehr auf dem Zufall der Würfel. Wenn das Schicksal gerade mal wieder ein Arschloch ist, gibt es schon früh eine Kettenreaktion gegen die man im Grunde auch nichts machen konnte.
Dieser Schwierigkeitsgrad mag manch einem gefallen, aber mich hat er nicht vom Hocker gerissen.

The Walking Pet

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Quelle: Kosmos

Worum geht es?

Die Welt braucht mehr Blockbuster!
Doch dieses Mal wurden die Stars durch ihre tierischen Doppelgänger ersetzt, was definitv für mehrfache Schmunzler sorgen wird.

Es gibt fünf Filmsparten, für die gedreht werden kann, Damit das möglich ist, müssen Karten gezogen werden (Nachziehstapel oder Ablagestapel) und wenn man die passende Kombination mit dem richtigen Puntkerwert hat, darf ausgespielt werden.
Hat also ein wenig was von Rommé, das in ein fesches Gewand gepackt wurde; also ein prinzipiell bekanntes Spielprinzip.

Hersteller/Vertrieb: Kosmos

Mein Eindruck?

Das Spiel will aus meiner Sicht nicht mehr sein, als es ist: etwas schnelles, amüsantes, hübsches für Zwischendurch. Und das bekommt es auch richtig gut hin.
Die Mechanik ist so simpel, dass man es auch mit relativ jungen Kindern schon spielen kann (sie müssen im Kopf bis etwa elf addieren können) und als Erwachsener geben einem die Artworks immer etwas zum Schmunzeln, wenn man zumindest halbwegs die Popkultur der vergangenen Jahre mitbekommen hat. Andernfalls fragt man sich eben, warum der Molch(?) denn eine Pistole trägt und ein rot leuchtendes Metallauge hat, statt die Homage and Arnolds prägende Rolle darin zu erkennen.

Für unter zehn Euro kann man auf jeden Fall wenig falsch machen und bei bis zu fünf Spielern kann dann auch noch Oma oder so mitspielen. ;)

Roll for the Galaxy

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Quelle: Pegasus Spiele

Worum geht es?

Roll for the Galaxy ist so mehr oder weniger ein 4x-Spiel. OK, in der Grundform, in der wir es gespielt haben eher nur ein 3x oder gar 2x.
Es geht darum das eigene galaktische Imperium durch Erkundung und Siedlung zu erweitern und durch Forschung zu verbessern. Um das alles finanzieren zu können, muss produziert und gehandelt werden.

Gesteuert wird das alles durch verschiedenfarbige, sechseitige Würfel (aus der Farbe ergibt sich, welche Aktionen möglich sind und wie wahrscheinlich sie sind). Der Twist ist jedoch, dass jede der Spielphasen (Erkunden, Forschen, Siedeln, Produzieren, Verladen) auch nur gespielt wird, wenn sie denn  mindestens ein Spieler aktiviert hat. Also muss man jede Runde einschätzen, wo man auf Risiko gehen kann und wichtige Würfel eventuell verpuffen oder wo man auf SIcherheit gehen sollte.

Hersteller/Vertriebe: Pegasus Spiele

Mein Eindruck?

Ein wirklich schönes Spiel.
Auf den ersten Blick kompliziert, doch auf den zweiten gar nicht mehr so sehr. Wenn man es wirklich meistern will oder zumindest eine Spieltaktik entwickeln will (und nicht nur wie ich in jenem erstne Spiel eifnach mal schaut, was so kommt), dann bedarf es einiger Auseinamdersetzung mit den Möglichkeiten des Spiels.
Ich denke, es ist einfach so eines, das man jeden oder jeden zweiten Spielabend herausholen kann und das einen lange Zeit gut beschäftigen wird. Da lohnt es sich dann auch ein paar Euro mehr auszugeben. Außerdem, finde ich, lohnt es sich, möglichst die fünf Spieler auszureizen. Mag mich da aber auch irren.

Broom Service

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Quelle: Ravensburger

Worum geht es?

Tränke müssen gebraut und ausgeliefert werden und hin und wieder vielleicht noch ein Gewitter fortzaubern. Dafür hat jeder Spieler einen Satz Karten, von denen vier pro Runde verdeckt gespielt werden müssen. Sie einfach der Reihe anch auszuführen, wäre zu einfach.

Stattdessen gibt es immer einen Ausspieler, der entscheidet, welche Karte an der Reihe ist. Wer auch diese Karte auf der Hand hand, muss sie reihum ebenfalls ausspielen. Dabei liegt es dann noch an jedem Spieler zu entscheiden, ob sie feige oder mutig gespielt wird.Während feiges Ausspielen immer zu einem kleinen, sofortigen Gewinn führt, gibt mutiges Ausspielen zwar einen großen Effekt, aber nur wenn man der letzte in der Runde ist, der mutig spielt. Alle anderen, mutigen gehen leer aus.
Dadurch ergibt sich eine charmante Situation aus pokern und taktieren, um auf die notwendigen Siegpunkte zu kommen.

Hersteller/Vertrieb: Ravensburger

Mein Eindruck?

Immer wieder ein schönes Spiel (war nicht die allererste Runde), wenn man denn  die Regeln wider richtig aus dem Gedächtnis gekramt hat. ;)
Die Spielmechanik ist wirklich nett, doch warum Boardgame Geek „4“ als optimale Spielerzahl angibt, kann ich nicht verstehen. Dann gibt es nämlich einen Bot-Spieler, der einem jegliches Pokern durch stumpfes RNG-Auspielen versaut. Also immer schauen, dass man wirklich fünf Spieler zur Hand hat.

Ein fieses Manko des Spieles ist seine starke Verwendung von Farben, was zumindest in meiner Spielrunde zu regelmäßigem Murren aus der „farbenblinden Ecke“ ;P führt.
Wenn man das umschiffen kann, ist „Broom Service“ definitiv ein Spiel, auf welches sich ein BLick und auch der eine oder andere Euro lohnt.

So, nun aber genug.
Den Spielabend habe ich damit eh vollständig wiedergegeben, aber vor allem nervt mich der Editor von WordPress heute ein wenig. Er macht einfach nicht immer so recht das, was er tun soll. Oder sollte ich eher „sie“ sagen? ;P

In diesem Sinne: Gute Nacht und ich würde mich über etwas Feedback freuen. :)

Gruß
Peter

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2 Kommentare zu „Brettspielabend I“

    1. Gerne.
      Aber mit Ballungsraum hat das gar nichts zu tun.
      Meine Mitspieler von jenem Wochenende kenne ich fast alle noch von früher „vom Dorf“. OK, stimmt nicht ganz, aber im Kern schon irgendwie.

      Auch in Franken hatte ich eine Spielerunde.
      Meine „Renternerrunde“, wo alle Spieler außer mir über 50 waren, ist einfach aus einer Geburtstagsfeier entstanden.

      Gefällt mir

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