Alle Beiträge von pfibp

Teilzeit-Nerd, Möchtegern-Autor, Püppchenschubser, Würfelwerfer, Weltenerschaffer, Pinselschwinger, Bastler, potentieller Weltverbesserer und vieles mehr. Ich stamme ursprünglich aus OWL, und habe mich von 2004 bis Anfang 2017 in Franken (erst Nürnberg, dann Höchstadt) herumgetrieben. Seit Anfang 2017 hat es mich jedoch wieder nach NRW (Duisburg) verschlagen. Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Fantasy- und Science-Fiction-Rollenspielen und habe irgendwann angefangen hierfür meine eigenen Welten zu erfinden. Ende 2012 habe ich außerdem dazu entschlossen einen Teil meiner Zeit dem Tabletop zu widmen und Anfang 2013 fiel die lange vor mich hingeschobene Entscheidung, meine Werke in Form dieses Blogs an die Öffentlichkeit zu tragen.

Sinn und Unsinn der True Line of Sight

Heute muss ich mir mal ein wenig Luft machen, denn zum wiederholten Mal ist mir etwas zu Ohren gekommen, das für mich am Ende des Tages irgendwie schwachsinnig ist.

„Die Figur kann aber nicht wie die anderen über die Deckung drüberschauen, denn die kniet ja.“

oÔ ernsthaft?

Doch holen wir mal ein wenig aus? Worum geht es dabei eigentlich?
Um die True Line of Sight. Also – soweit ich es bisher immer verstanden habe – um das Prinzip, dass wenn Modell 1 das Modell 2 durch seine imaginären Augen sehen kann, dann kann 1 auch auf 2 schießen. Aber genau da fängt auch schon das Problem an, denn die Figuren aus Plastik, Zinn oder Resin sind vor allem eines: statisch. Doch die Aktionen, die wir mit ihnen nachspielen sind es nicht. Und dabei haben wir eben noch gar nicht über jene Modelle geredet, die nicht Space Marine-like strammstehen, sondern akrobatische Einlagen vollführen oder sich eben ducken.
Man kann also sagen, dass sich die Augen (oder Sensoren) einer Spielfigur zwar immer an der gleichen, relativen Position befinden, doch im Spiel bewegen sich die Augen des Wesen, welches durch die Figur simuliert wird stetig.

Damit sind wir aber noch nicht am Ende. Denn wenn man die Figuren des Platzhirschen Games Workshop betrachtet, kommt noch etwas anderes hinzu: Maßstab.
Aber Moment, Peter… die Figuren eines Spielsystems haben doch alle den gleichen Maßstab!
*hust* Wenn das nur stimmen würde.
Betrachten wir verschiedenen Produktionsgeneration einer Einheit, dann gibt es genügend Fälle, in denen die Modelle plötzlich gewachsen sind. Zum Beispiel alte Space Marine Terminatoren gegen aktuelle Terminatoren.
Schauen wir statt auf GW mal zu Corvus Belli hinüber wird es sogar noch etwas ulkiger. Die frühen, handgekneteten Modelle sind größer als die späteren, doch die neusten in 3D-CAD modellierten sind wieder größer als die mittlere Generation.
GW hat dann aber nicht nur dieses Maßstabsproblem: die menschlichen Soldaten des Astra Millitarum sind genauso groß wie sie Adeptus Astrates, doch laut Hintergrund sollten letztere eigentlich zwei Köpfe oder so größer sein … und deutlich breiter (einfach mal Google-Bildersuche bemühren ;) ).

Wo liegt also mein Problem?
Nun ja, wenn das Knien einer Figur zählen soll, obwohl sie regeltechnisch nicht kniet (bei Infinity zum Beispiel kann ein Modell ja „Prone“ gehen), warum sind Space Marines dann nicht größer und wie ermittele ich dann die Line of Sight eines akrobatisch daherkommenden Harlequin oder einer Kassandra Kusanagi?
Eine faire und aus meiner Sicht sinnvolle, aber vielleicht manchmal etwas hölzerne Lösung existiert: die Figuren sind die künstlerische Darstellung einer Figur und ihr Wirkungsbereich wird durch ein standardisiertes Volumen simuliert. Bei Infinity nennt man es auch Silhouette oder bei Godslayer ist es durch die Größenkategorie definiert. ;)

Zur Erläuterung: bei der Infinity besitzt jedes Modell einen Silhouette-Wert von S0 bis S8. Wobei S0 einer liegenden Figur entspricht; S2 einem normalgroßen, humanoiden Modell und S7 und S8 von den großen TAGs (Tactical Armoured Gear; vereinfachgesagt: Kampfroboter) belegt wird.

Wenn man also schon eine True Line of Sight verwendet, dann doch bitte in einer Form, die tatsächlich etwas wie Realismus versucht und weniger Beigeschmack von purer Willkür hat. ;)
Aber das ist vielleicht nur meine Einstellung zu diesem Thema und sicher aus nicht die vollständige Betrachtungsweise. Loswerden musste ich es trotzdem mal.
Und nun:

Guten Abend noch.
Gruß
Peter

Advertisements

Altes Zinn aus dem Ü-Ei

Ich weiß nicht mehr, wie oft mich meine Mutter auf diese Figuren meines verstorbenen, leiblichen Vaters hingewiesen hat, die noch daheim in einer alten Vitrine standen, aber es war oft. Vor kurzem habe ich sie dann tatsächlich mal mit nach Duisburg genommen, erst einmal entfärbt und dann mal recherchiert, worum es sich denn überhaupt handelt. Denn bei einigen der Figuren, die ich für klassisches Zinn (korrekter wäre wohl Weißmetall) hielt, kamen ganz andere Töne zu Tage unter der Emailliefarbe.
Einige der Figuren hatten einen grünen … was auch immer. Zwei andere sahen mehr nach Messing aus und eine sogar nach Bronze. Letztere wollte sich auch äußerst ungern von ihrer Farbe verabschieden, egal wie lange ich sie im Aceton gelassen habe und wie sehr ich geschrubbt habe.

Was ist also bei meinen Recherchen rausgekommen?
Nun ja, bei den Figuren handelt es sich – wie der Titel des Artikels schon „dezent“ angedeutet hat – um Spielzeug aus Ü-Eier aus den Siebzigern und frühen Achtzigern; die genauen Jahre habe ich mir nicht gemerkt. Und bei den seltsamen Farben der Metalle handelt es sich um irgendein Finish… und aus welchem Metall sie jetzt sind, habe ich nicht klar verstanden und dann schnell auch bei Seite geschoben. Wer selbst nachschauen mag, auf dieser Seite gibt es eine ganz nette Übersicht: metallfiguren.de

Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, was ich mit den Figuren mache. Doch da habe ich schon eine Idee. ;)

Schönen Abend noch.
Peter

Alternatives Gelände – UNSC Pelican für Infinity

Durch Zufall bin ich vor kurzem über ein Produkt der Revell Inc. gestolpert, das ich mir – auch wenn ich nie groß HALO gespielt habe – einfach genauer anschauen musste: das „Snap Together Action Model Kit“ der „UNSC Pelican“.

Das Modell ist laut Angabe eigentlich im Maßstab 1:100, doch da es mit circa 30cm Länge angegeben war und im Computerspiel ein Landungsschiff oder Gunship ist, mit welchem  bis zu zehn Passagiere oder sogar ein Panzer transportiert werden können, bestand eine gute Chance, dass es für Infinity (Maßstab irgendwo zwischen 1:48 und 1:56 aus meiner Sicht) als kleines Transportgerät durchgeht. Ich finde, mein Plan ist mit leichten Einschränkungen aufgegangen. :)

Das Modell ist, wie schon angedeutet, ein „Snap Together“ oder „Snap Fit“ und ist eigentlich als Kinderspielzeug ausgelegt (sogar mit etwas Licht und einer Sound-Einheit mit Start- oder Fluggeräuschen). Die Teile kommen alle ohne Gussrahmen oder ähnliches und können in weniger als einer halben Stunde zusammengesteckt werden. Die Passgenauigkeit ist auch ohne Kleber gut, doch für den späteren Einsatz werde ich einige Teile wohl noch einmal neu zusammenbauen und kleben, damit ein paar Lücken verschwinden bzw nicht mit der Zeit entstehen können. Wenn man es wie geplant zusammenbaut bleiben die Landestützen, die Flügel und die hinteren Turbinen beweglich.
Die Pelican misst am höchsten Punkt (im gelandeten Zustand) etwa 13cm, in der Länge etwas über 30cm, und von Flügelspitze zu Flügelspitze etwas 26cm. Auf meinen Fotos kann man das Dank Perspeltive und spiegelndem Lineal leider nur eingeschränkt erkennen.
Im Vergleich mit dem gezeigten Infinity Miniaturen finde die Größe OK. Hier und da merkt man – zumindest, wenn man es weiß – ,dass der Maßstab nicht richtig zusammenpasst. Speziell die Minipiloten im Cockpit stören, aber das lässt sich ja durch nicht-transparente oder kaum noch transparente Fenster lösen.

Mit etwas über 30 Euro Kaufpreis ist es für mich eine nette Alternative zu anderen Dropship-Modellen aus Resin. Preislich sind da teilweise große Unterschiede drin, ich konnte aber auch keinen brauchbaren Größenvergleich herstellen. ;)

Wen es interessiert, hier die Modellnummer von Revell Inc.:
Revell Build & Play 00061

Gruß
Peter

Ironjawz – Ardboys, erstes Rudel

Guten Abend zusammen,
ich kann es nur weiterhin sagen: diese Modelle werden nie meine Lieblingsmodelle sein… aber für die Armee sind sie halt mehr oder weniger erforderlich. OK, erforderlich ist vielleicht zu hoch gegriffen, aber sie haben sich in meinem ersten Age of Sigmar Spiel durchaus bewiesen (dort habe ich aber ohne so richtig großen Plan aufgestellt, was ich eben hatte) und ich finde ihren Spielwert und ihre Kombinationsmöglichkeiten durchaus interessant… oder fand es zumindest zu AoS 1.0… aber das ist eine andere noch ungeklärte Geschichte. ;)

Auf jeden Fall sind die ersten 15 Ardboyz für meine Ironjawz fertig geworden und natürlich wieder in leicht umgebauter Form.
Die Zahl ist etwas krumm bedenkt man die Aufstellungsoptionen in Zehnerschritten, doch in meinen ersten beiden, großen Boxen waren insgesamt eben 15 von ihnen vorhanden.

Und jetzt: Bilder! :)

Gruß
Peter

Brettspielabend DU-1

Neben meiner alten Spielerunde, die im Grunde aus der PnP-Runde aus meiner Schulzeit entstanden ist, hat sich jetzt in Duisburg eine weitere Spielrunde entwickelt. Von dieser möchte ich euch ebenfalls dann und wann berichten, vor allem da nicht jedes Spiel von jeder Spielerunde gleich aufgenommen wird. Geschmöcker sind eben unterschiedlich.
Was wurde also vor kurzem in Duisburg gespielt?

Colt Express

2018-06-23_brettspielabend_du_01
Quelle: Asmodee

Worum geht es?

Jeder spielt einen Banditen während eines Zugüberfalls und wer am Ende die meiste Beute zusammengeklaut hat, der gewinnt.
Klingt soweit erst einmal einfach, aber der eigentliche Witz und Kniff des Spiels kommt, durch die Art und Weise, wie man seine Aktion plant und wie sie dann ausgeführt werden.

Gehen wir einmal von einer Runde ohne besondere Ereignisse aus.
Zuerst mischen die Spieler ihren Kartenvorrat und ziehen sechs davon. Diese Handkarten stehen ihnen als Auswahl zur Verfügung und können ausgespielt werden. Alternativ kann ein Spieler auch passen und drei weitere Karten ziehen.
Reihum spielt jeder eine Karte aus, doch statt sie direkt auszuführen, werden erst einmal die Karten aller Spieler zu einem Stapel zusammengefügt. Erste wenn alle Züge der Runde ausgespielt sind, werden diese ausgeführt. So kann es also dazu kommen, dass man zwar ein bestimmtes Ergebnis für seine Spielfigur geplant hat, diese im Endeffekt aber nicht so aufgeht, wie eben geplant. ;)
Beispiel:
Spieler A ist in Wagon 1 und Spieler B ist in Wagon 2.
Weil in Wagon 1 keine Beute mehr liegt, spielt er oder sie die „Bewegen“-Aktion mit dem Plan in Wagon 2 zu wechseln und dort dann als nächstes „Beute aufheben“ zu spielen.
Spieler B spielt „Hieb“ aus, denn er oder sie weiß ja um die Aktion von Spieler A.
Als zweite Aktion spielen beide die Aktion „Beute aufheben“.
Kommen wir zur Ausführung.
Spieler A bewegt sich von Wagon 1 nach Wagon 2.
Spieler B boxt Spieler A. Dadurch wird Spieler A wieder zurück in Wagon 1 geschubst und verliert vorher außerdem noch ein Beutestück. das Spieler B blind aus Spieler A’s Vorrat wählen darf.
Spieler A versucht in Wagon 1 Beute aufzuheben, was aber scheitert, weil dort ja nichts mehr liegt.
Spieler B hebt das hübsche Beutestück auf, das Spieler A vorher netterweise im Wagon hat fallen lassen.

Hersteller/Vertrieb: Asmodee

Mein Eindruck?

Ich mag Colt Express, aber es ist nichts für jeden, weil man sich doch erst einmal in die etwas ungewöhnliche Spielabfolge hineindenken muss. Ich habe es jetzt mit mehreren Runden gespielt und oft waren die Reaktionen nach den Regelerläuterungen erst sehr verhalten und planlos. Dann habe ich die Spieler normalerweise ermutigt doch einfach eine Proberunde mit zusätzlichen Tipps zu spielen und danach waren die meisten doch angetan.

Meiner Meinung sollte jeder halbwegs aktive Spieler Colt Express einmal ausprobieren und außerdem ist es durch den plastischen Modellzug aus Pappe immer ein nettes Eröffnungs- und Einführungsspiel, weil man etwas „zum Anfassen hat“. ;)

Kodama

2018-02-20_brettspielabend_04
Quelle: Kosmos

Worum geht es?

Über Kodama habe ich bereits zu einem früheren Zeitpunkt berichtet. Deswegen erspare ich mir die Ausführungen hier.

Hersteller/Vertrieb: Kosmos Verlag

Mein Eindruck?

Eines habe ich aus dieser erneuten Kodama-Runde gelernt: Auch wenn es in den Regeln heißt, man könne die Kodama-Karten für die Kinder-Variante ohne weiteres mit der normalen Runde mischen, rate ich mittlerweile davon ab. Die Menge an Bonuspunkten, welche die „Kinder-Karten“ potentiell liefern können, sind einfach deutlich höher als die der anderen Karten. Ob man eine von ihnen erhält, ist aber wieder komplettes Glücksspiel. Das bringt etwas unnötiges Ungleichgewicht in dieses schicke Spiel.

Ansonsten bleibt es dabei: Klare Kaufempfehlung. :)

Love Letter (mit Erweiterung)

2018-06-23_brettspielabend_du_02
Quelle: Pegasus Spiele

Worum geht es?

Die Spieler versuchen einen Liebesbrief zur Prinzessin zu bringen, doch dafür müssen sie sich durch den Hofstaat hangeln und ggf. damit leben, dass sie zwar nah an die Prinzessin herankommen, aber sie nie erreichen.

In Regeln und Zahlen bedeutet dies:
Jeder Spieler hat eine Handkarte und zieht, wenn er oder sie an der Reihe ist eine zweite Karte. Danach muss eine von beiden gespielt werden.
Man muss entweder versuchen andere Spieler herauszuwerfen oder selbst lange genug im Spiel zu bleiben. Dafür sind die aggressiven oder passiven Effekte der Karten da. Man kann zB mit der Wächterin versuchen zu erraten, welche Karte ein Mitspieler hat. Liegt man richtig, fliegt der Spieler raus. Am Ende gewinnt der letzte verbleibende Spieler die Runde oder, wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist, jener mit der Karte, die den höchsten Kartenwert hat. Am Ende gewinnt aber immer die Prinzessin.
Mit den neuen Karten der Erweiterung kann man sich aber eine Art Backup aufbauen, durch welches man dann trotzdem Punkte erhält, obwohl man herausgeflogen ist.

Hersteller/Vertrieb: Pegasus Spiele

Mein Eindruck?

Love Letter besticht durch seine Einfachheit und gleichzeitigen, guten Wiederspielwert. Es ist einfach ein schönes, kleines Kartenspiel, das man wunderbar als Starterspiel nutzen kann oder auch zum Ausklang eines abends, wenn es noch nicht spät genug ist, aufzuhören, aber doch schon zu spät für etwas großes. Denn ein paar Runden Love Letter passen immer noch rein.

Von daher kann ich eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Mittlerweile gibt es auch verschiedene „themed“ Versionen des Spiels zum Beispiel für Herr der Ringe.

So, das war’s dann erstmal für heute.

Gruß
Peter